Marvin Wanitzek und der Karlsruher SC - das passt einfach wunderbar zusammen. Seit knapp neun Jahren trägt der leichtfüßige Mittelfeldspieler das Trikot der Badener, und längst ist der 32-Jährige unverzichtbar geworden. Als Spielmacher, als Torschütze und als Vorlagengeber. Als Fixpunkt und Gesicht des Teams.
Auch in dieser Saison ist Wanitzek in der Torjägerliste der 2. Liga wieder ganz weit vorne zu finden: Mit 13 Treffern auf Rang zwei hinter dem Darmstädter Isac Lidberg (14), dazu kommen fünf Assists. Nur Herthas Fabian Reese ist mit 20 Scorerpunkten in dieser Saison (noch) knapp besser. Für Trainer Christian Eichner ist Wanitzek "ein Top-Spieler der 2. Liga und ein unfassbar wertvoller Charakter".
Schafft Wanitzek die Bestmarke?
Und am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) könnte Marvin Wanitzek im Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 sogar einen neuen Vorlagenrekord in der 2. Liga aufstellen: Neben 66 Toren in 226 Zweitligaspielen gelangen "Wanne", wie er im Wildpark gerufen wird, nach "kicker"-Statistik auch stolze 65 Vorlagen zu Treffern seiner Mitspieler. Mit dem nächsten Assist, seinem 66., würde er dann die Hitliste der Vorlagengeber in der Zweitliga-Geschichte anführen.
Trotz Trainingspause auf Schalke dabei
Umso größer der Schreck und die Unruhe im KSC-Team in dieser Woche, als Wanitzek ein, zwei Tage gesundheitliche Probleme hatte und nicht auf dem Trainingsplatz stand. Am Donnerstag aber gab es von Christian Eichner die Entwarnung: "Marvin wird im Bus sitzen und auf Schalke mit dabeisein".
Großes Aufatmen auch beim KSC-Trainer: "Er hat eine enorme Wertigkeit für uns", sagte Eichner vor dem Gastspiel in Gelsenkirchen über seinen Leistungsträger, "abgesehen von seinen Toren geht es einfach jedem besser wenn er da ist und mit im Bus sitzt".
Vom VfB Stuttgart 2017 zum KSC gewechselt
Marvin Wanitzek und seine Karriere als Fußballer, sie ist durchaus außergewöhnlich: Beim badischen FV Ubstadt in der Nähe von Bruchsal groß geworden, landete er nach seiner Jugendzeit in Hoffenheim und bei Astoria Walldorf als 20-Jähriger beim VfB Stuttgart. Dort etablierte er sich beim VfB II als Leistungsträger (96 Spiele, 15 Tore), der dauerhafte Sprung in die Bundesliga aber blieb ihm verwehrt. Nach vier Jahren in Stuttgart stand nur ein einziges Bundesligaspiel in Dortmund zu Buche. Verblüffend wenig für das Können dieses hochveranlagten Technikers.
Allerdings hatte ihn in seiner Zeit in der Schwaben-Metropole, im Alter von 23 Jahren, eine Herzerkrankung ausgebremst, sogar die Karriere als Profi stand damals in Frage. Erst mit dem Wechsel 2017 zum KSC, für den er schon als Kind auf der Fan-Tribüne des Wildparks schwärmte, etablierte sich Wanitzek nachhaltig als Profi-Kicker, zumindest in der 2. Liga.
SWR Sport | 19.04. ab 21:45 Uhr SWR Sport mit Hoffenheims Andi Schicker und der Meisterfrage in der Bundesliga
Entscheidet sich am Wochenende die Meisterschaft zugunsten des FC Bayern? Hoffenheim könnte gegen Dortmund Schützenhilfe leisten. Studiogast bei SWR Sport ist TSG-Geschäftsfühter Andi Schicker.
Nach dem Karriereende zum Bruder nach Ubstadt
Nach seiner Karriere plant Wanitzek übrigens noch die Rückkehr zu seinem Heimatclub. "Dann werde ich, wenn es der Körper mitmacht, mindestens noch ein Jahr beim FV Ubstadt dranhängen", so der KSC-Kapitän im Interview mit dem "kicker".
Ubstadt spielt in der Kreisklasse A, Wanitzeks Bruder Nicolas ist dort Spielertrainer. Die beiden verbindet viel: "Mit ihm will ich noch auf dem Platz stehen, dort, wo alles begann. Er hat mich auf meinem Weg immer unterstützt und war bei nahezu jedem Spiel dabei", beschreibt Marvin das enge Verhältnis zu Nicolas.
Die Heimkehr nach Ubstadt könnte allerdings noch eine Weile auf sich warten lassen. Marvin Wanitzeks Vertrag beim KSC läuft immerhin noch mehr als drei Jahre, bis zum 30. Juni 2029. Dann wäre er selbst 36. Mal gepannt, was bis dahin noch kommt im Karlsruher Trikot. Vielleicht geht in der Zeit ja doch noch sein größter Traum in Erfüllung: Mit Karlsruhe in die Bundesliga...