Nadiem Amiri wusste genau, wo er zu stehen hatte. "Ich war heiß. Ich habe mich schon auf der Bank in die Situation hineingedacht", sagte der Offensivspieler von Mainz 05 nach dem 3:1 (1:1) der deutschen Nationalmannschaft gegen Nordirland in der WM-Qualifikation bei "RTL". Amiri hatte in der 69. Minute zum 2:1 für das DFB-Team getroffen, seinen ersten Länderspieltreffer erzielt.
Nadiem Amiri: "Als kleiner Junge davon geträumt"
Ein Tor, das für große Erleichterung sorgte - bei der deutschen Mannschaft und bei Amiri selbst. "Hätte mir jemand vorher gesagt, dass sich das so gut anfühlt, dann hätte ich es öfters probiert", sagte Amiri gegenüber der ARD mit einem Lachen. "Es war ein unfassbarer Moment, von dem man als kleiner Junge träumt. In so einem wichtigen Spiel zu treffen war top. Ich freue mich am meisten für die Mannschaft, dass wir uns noch belohnen konnten."
Bei seinem Treffer bewies Amiri ein gutes Näschen. Als eine Halbfeldflanke von David Raum an Maximilian Beier und den nordirischen Verteidigern vorbeiflog, war der Mainzer am zweiten Pfosten instinktiv zur Stelle und schob zur Führung ein.
Sonderlob von Julian Nagelsmann
Nicht seine einzige auffällige Aktion: Schon zuvor hatte Amiri nach seiner Einwechslung in der 61. Minute das behäbige Spiel der deutschen Mannschaft belebt. Und nach seinem Treffer pushte er das DFB-Team weiter. Seine Bilanz: Eingewechselt, zwei Gelbe Karten für Nordirland provoziert, das 2:1 selbst erzielt, den Freistoß zum 3:1-Endstand durch Florian Wirtz rausgeholt.
Keine Frage: Amiri war der Matchwinner. Dafür erhielt der Joker sogar ein Extralob. "Nadiem ist immer auf dem Gaspedal. Er hat immer Lust, Spiele zu gewinnen", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann über den Torschützen: "Das war schon in der U17 oder U19 so. Er kam rein und hatte einfach Bock. Er hat sich zerrissen. Deswegen freut es mich sehr für ihn, weil er alles reingeworfen hat, was uns in der Phase des Spiels sehr gut getan hat."
Nadiem Amiri in Topform
Die DFB-Auswahl drohte zwischenzeitlich, nach dem blamablen 0:2 in der Slowakei auch das zweite Spiel in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 zu verpatzen - bis Amiri ins Spiel kam. Der gebürtige Ludwigshafener bestätigte mit seinem starken Auftritt seine Topform aus dem Klub. Für Mainz 05 traf er in der neuen Spielzeit bereits in der Bundesliga, im DFB-Pokal sowie sogar doppelt in der Conference-League-Qualifikation.
Nun hat es also auch im DFB-Team geklappt. "Wir fahren jetzt mit einem, guten Gefühl nach Hause, das ist das wichtigste", bilanzierte Amiri zufrieden. Nur auf die Frage, ob er als Premierentorschütze noch einen ausgeben muss, hatte der Mainzer keine Antwort. "Da müssen sie Leon Goretzka fragen", sagte er mit einem Lächeln.