Zeiten ändern sich. Das bekam erst Christian Günter zu spüren. Und dann auch Vincenzo Grifo. Über Jahre hinweg war das Duo auf der linken Seite des SC Freiburg gesetzt, rutschte allenfalls mal aus Verletzungs- oder Belastungsgründen aus der Startelf. Inzwischen ist das anders.
Jordy Makengo und Derry Scherhant sind nicht nur Herausforderer, sondern echte Konkurrenten für die Routiniers. Jobsharing im Breisgau. Beim 2:2 (1:2) in der Fußball-Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt klappte es hervorragend. Und in der Europa League am Donnerstag (21.00 Uhr live im Audiostream auf SWR Sport) gegen den FC Utrecht?
Freiburg-Coach Schuster lobt die Joker Grifo und Günter
Die Art und Weise, wie die Spieler mit diesen Entscheidungen umgehen, sei ein "absolutes Qualitätsmerkmal" seiner Mannschaft, sagte Trainer Julian Schuster. Gegen Frankfurt zeigte sich das am Sonntag besonders. Scherhant erzielte bei seiner Startelf-Premiere im SC-Trikot auf ein Anhieb das Führungstor, der eingewechselte Grifo mit einem sehenswerten und für ihn typischen Schlitzohr-Freistoß noch den späten Ausgleich. Nicht murren, sondern liefern. Grifo nahm sich das offenbar zu Herzen - und zeigte die erhoffte Reaktion auf dem Rasen.
Grifo kämpft um seinen Stammplatz beim SC Freiburg
"Ich fühle mich unglaublich fit und gut", sagte der 32-Jährige, der seinen Platz auf der linken Offensiv-Seite natürlich zurückhaben will. Als "alter Hase" wisse er aber auch, wie er mit solchen Situationen umgehen müsse, erklärte er. Der 22 Jahre alte Scherhant habe den Einsatz verdient gehabt, sagte Grifo und schloss sich damit der Meinung seines Trainers an. Der Neuzugang von Hertha BSC habe den Druck zuletzt immer mehr erhöht, erklärte Schuster. Gegen die Eintracht verausgabte sich der schnelle und dribbelstarke Scherhant 75 Minuten lang und wich dann schließlich doch noch Grifo.
Günter lobt die "gute Energie" beim SC Freiburg
Auch der nominelle Kapitän Günter kam gegen Frankfurt erst für die Schlussviertelstunde. Der 32-Jährige hat seinen Stammplatz schon in der Endphase der Vorsaison verloren, wechselt sich mit dem acht Jahre jüngeren Makengo inzwischen in schöner Regelmäßigkeit auf der linken Defensiv-Seite ab.
Der Konkurrenzkampf bringe eine "gute Energie" in seine Mannschaft und ins Training, erklärte Schuster. Die Spieler würden sich dadurch gegenseitig zu besseren Leistungen treiben. Die Rotation dürfte vorerst also weitergehen.
Freiburg will die Unentschieden-Serie gegen Utrecht beenden
Gegen Utrecht mit dem früheren Frankfurter und Dortmunder Bundesliga-Stürmer Sébastien Haller wollen die Freiburger nach wettbewerbsübergreifend vier Unentschieden nacheinander mal wieder drei Punkte einfahren. Die Niederländer wiederum beendeten mit einem 3:1 gegen den FC Volendam am Wochenende ihre Negativserie von zuvor sechs Pflichtspielen ohne Sieg.
Mit "Vollgas" wollen man in diese Partie gehen, kündigte Grifo an. Das dürfte allgemein gelten - ob für ihn oder Scherhant, ob für Günter oder Makengo. Die neuen Jobsharing-Spezialisten aus dem Breisgau.