Jubiläum mit Fanfest

50 Jahre Frauenfußball beim SC Freiburg: Ein Grund zum Feiern!

In der Bundesliga läuft es für die Freiburgerinnen. Nach fünf Spieltagen liegt der SC auf Rang vier. Am Sonntag kommen die Frankfurterinnen ins Dreisamstadion. Eine besondere Partie, denn: Die Frauen feiern ihren 50.!

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Stand

Von Autor/in Anna Klär

Im Oktober 1975 fing alles an. Gleich im ersten Punktspiel legte das neu gegründete Frauenfußballteam des SC Freiburg einen 7:0-Kantersieg hin. Am Ende der Saison stand die Mannschaft sogar auf dem ersten Tabellenplatz und durfte trotzdem nicht die Meisterschaft feiern. Denn der SC lief außer Konkurrenz. Weil zwölf Spielerinnen vom Stadtteilverein SpvGG Wiehre 04 zum Sport-Club gewechselt waren und es deswegen eine Spielsperre gab, konnte das neu gegründete Frauenteam erst mit einer Verspätung zum sechsten Spieltag in den Ligabetrieb eingreifen. Damals sicher ein großes Ärgernis, rückblickend viel wichtiger als der Meistertitel war aber der Schritt zum eigenen Frauenfußballteam.

Achim Stocker als Förderer

Denn nicht alle waren direkt überzeugt. In den Jahren von 1985-1991 legte die Frauenfußballabteilung sogar eine "Pause" ein, wie die aktuelle Abteilungsleiterin der Frauen, Birgit Bauer-Schick, es nennt. Im Jahr 1991 aber ist es dann wieder so weit. Mit ihr an der Abteilungsspitze wird die Frauenmannschaft reaktiviert. "Letztlich war unser verstorbener Präsident Achim Stocker ein sehr großer Förderer vom Frauenfußball," sagt sie im Interview mit SWR Sport, "er hat sich darüber hinweggesetzt, dass es Skeptiker gab. Und trotzdem, was wir für Zeiten überstanden haben, dass dieser Frauenfußball bis ins Dreisamstadion gekommen ist, ist schon phänomenal."

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Zu Beginn sah alles noch etwas anders aus. Training auf dem Hartplatz, die Spiele ausgetragen in Sexau, das Team rund ums Team hauptsächlich Ehrenamtliche. "Bis wir mal einen Vollzeittrainer hatten. Das hat gedauert", erinnert sich Bauer-Schick, "aber irgendwann haben sich die Strukturen einfach verändert und wir sind jetzt da angekommen, wo wir sind. Und da ist sehr viel Herzblut drin."

Erfolgreiche Spielerinnen aus dem Breisgau

Der SC Freiburg ist eine Säule im deutschen Frauenfußball. Seit Jahren fester Bestandteil der Bundesliga, zweimaliger Pokalfinalist und vor allem eine Kaderschmiede. Etliche deutsche Nationalspielerinnen, wie DFB-Kapitänin Giulia Gwinn, hatten ihre Anfänge beim SC Freiburg. Alleine im EM-Kader 2025 standen sieben Spielerinnen mit Freiburg-Vergangenheit. Der Sport-Club ist Ausbildungsverein, erkennt und fördert die Nachwuchstalente.

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Seit kurzem ist der Verein auch "Leistungszentrum weiblich" - einer von nur vier Standorten in Deutschland. Dafür wurde nochmal richtig investiert. Aktuell ist rund ums Dreisamstadion Baustelle, mehrere neue Trainingsplätze entstehen dort. "Unser Verein investiert in uns jetzt mehrere Millionen für den Umbau," so die Abteilungsleiterin, "wir wachsen immer mehr zusammen. Wir sind eine wichtige Abteilung, die voll anerkannt ist. Klar, hat man immer das Gefühl man könnte da und da noch ein bisschen mehr machen. Aber das wär ja langweilig, wenn jetzt schon alles da wäre."

Fanfest rund ums Jubiläum

Ein bisschen Kampf gehört für Birgit Bauer-Schick eben dazu. Beim Jubiläumsspiel am Sonntag will sie aber einfach nur genießen. Neben der sportlich hochkarätigen Partie, wird es für die Besucher ein Fanfest rund ums Stadion geben, viele ehemalige Wegbegleiterinnen werden erwartet, dazu ein großer Fansupport. Ein besonderes Highlight ist sicher auch das Sondertrikot. Die Namen sämtlicher SC Spielerinnen der vergangenen 50 Jahre sind dort verewigt. Das Shirt wird übrigens auch von den SC-Männern bei ihrem nächsten Heimspiel getragen. So eine Aktion gab es in der Bundesliga noch nie.

Es zeigt: Die Abteilungen sind zusammengewachsen. Nur an einer Stelle hakelt es noch: Auf der Website des Vereins findet man die Männer unter "Profis", die Frauen laufen ganz einfach unter "Frauen". Ein Thema, das auch auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag zur Sprache kam und das, so Sportvorstand Jochen Saier, in Angriff genommen wird. Nach 50 Jahren ist es dafür sicher auch mal an der Zeit.