Noah Atobulu war in den vergangenen Jahren die Nummer eins beim SC Freiburg und entwickelte sich bei den Breisgauern zu einem Bundesliga-Toptorhüter mit einer glänzenden Zukunft. Der erhoffte nächste Karriereschritt war für den Sommer geplant. Der 24-Jährige wollte den Sprung zu einem Spitzenklub wagen, die englische Premier League galt als angestrebte Destination.
Atubolu soll sich von Berateragentur getrennt haben
Es folgte allerdings eine monatelange Hängepartie. Am Donnerstag (20.08.2026) steigt der Sport-Club mit dem Playoff-Hinspiel in der Conference League beim schottischen Club Motherwell FC in die neue Saison ein - und Atubolu ist immer noch da. Aus diesem Grund soll der Torwart nun die Reißleine gezogen und sich laut übereinstimmenden Medienberichten von seiner Berateragentur getrennt haben - zu der er erst zu Beginn des Jahres gewechselt war.
Vincenzo Grifo mit Unterstützung für Noah Atubolu
Atubolu ist also nach wie vor in Freiburg. Von seinen Mitspielern bekommt der Keeper tröstende Worte. "Solange Noah hier ist, ist er ein Teil von uns. Das wird er auch immer bleiben, auch wenn er mal weg ist", sagte Vincenzo Grifo im Gespräch mit SWR Sport: "Im Fußball kann es sich manchmal ein bisschen ziehen - und dann geht es plötzlich ganz schnell. Daher bin ich zuversichtlich, dass das noch etwas wird."
Mio Backhaus künftig die Nummer eins
Knapp zwei Wochen vor Schließung des Sommer-Transferfensters am 1. September befindet sich Atubolu also immer noch auf Klubsuche. Seinen Nachfolger hat Freiburg längst gefunden. Schon Ende Mai hatte der Sport-Club auf den Wechselwunsch Atubolus reagiert und Torwart Mio Backhaus von Werder Bremen als künftige Nummer eins verpflichtet.
Bundesliga "Offen, glücklich, ehrgeizig" - SC-Keeper Mio Backhaus "genießt" das Trainingslager
Mio Backhaus, die neue Nummer 1 des SC Freiburg, fühlt sich bei seinem Klub bereits pudelwohl. Im Interview mit SWR Sport spricht der 22-Jährige über seine Ziele mit den Breisgauern.
Zwölf Millionen Euro ließ sich Freiburg Backhaus kosten - und machte damit alles richtig. Andernfalls wären die Breisgauer Gefahr gelaufen, bei einem späten Abgang von Atubolu ohne adäquaten Ersatz dazustehen. Bei steigenden Preisen, wie immer zum Ende der Wechselperiode hin.
Julian Schuster: "Ich glaube, das machen nicht alle so"
Atubolu ist somit außen vor. Hat er sich verzockt? Freiburgs Trainer Julian Schuster findet, dass der 24-Jährige "großes Glück" habe, "dass er beim SC Freiburg unter Vertrag steht. So wie alle damit umgehen, der gesamte Verein, die Spieler, die Mannschaft. Ich glaube, das machen nicht alle so", sagte der Coach nach dem 3:0 im Testspiel gegen den englischen Conference-League-Sieger Crystal Palace.
Doch klar ist: Die Uhr tickt - und Atubolu fehlt nun schon seit Monaten wichtige Praxis. Als die Vorbereitung auf die neue Saison begann, trainierte der Torwart individuell. Ohne den 24-Jährigen reiste der Sport-Club dann ins Trainingslager nach Schruns. Gegen Crystal Palace durfte der Keeper nicht mitmischen - wie in den anderen Freundschaftsspielen auch. Das Kapitel Freiburg, es ist beendet. Doch wie geht es weiter?
Zuletzt gab es Gerüchte, dass Eintracht Frankfurt, Olympique Marseille oder der SSC Neapel potenzielle neue Arbeitgeber werden könnten. Für die Hessen wäre das Paket aus einer Abslöse von 15 bis 20 Millionen Euro plus Gehalt wohl aber zu teuer. Ohnehin träumte Atubolu doch von der Premier League. Ein neuer Klub muss jedenfalls rasch her, sonst droht Atubolu ein verlorenes Jahr auf der Freiburger Tribüne.
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Am Dienstag (1. September) endete das Fenster für Neuverpflichtungen in der Bundesliga und der 2. Liga. SWR Sport gibt einen Überblick aller Personalien in dieser Transferperiode.
"Atu ist ein Freiburger Junge, wir sind für ihn da"
So oder so - Support bekommt das Eigengewächs beim Sport-Club weiter. Nur eben keine Spielpraxis. Man habe Verständnis für Atubolus Situation, erklärte Schuster und man versuche, den Keeper bestmöglich zu unterstützen. Denn: "Atu ist ein Freiburger Junge. Wir sind für ihn da - und dann schauen wir eben, wie es weitergeht."