Der SC Freiburg ist mit einer souveränen Vorstellung in die Ligaphase der Conference League eingezogen. Beim 4:1 (1:1) gegen den schottischen Klub Motherwell FC ließen die Breisgauer nichts anbrennen. In Top-Form präsentiert sich in der Frühphase der Saison Linksaußen Derry Scherhant.
Der 23-Jährige besorgte die schnelle Führung für den Sport-Club und bereitete nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Emmanuel Longelo (22. Minute) die Treffer von Igor Matanovic (60.) und Cyriaque Irié (63.) mit perfekt geschlagenen Eckstößen vor. Den Schlusspunkt setzte Neuzugang Keisuke Goto fünf Minuten vor dem Ende.
Scherhant sorgt für Freiburger "super Start"
"Ich kann mich nicht beschweren, es lief sehr gut heute - für mich persönlich, aber auch für die Mannschaft", zeigte sich Matchwinner Scherhant nach dem Schlusspfiff im SWR-Interview bescheiden.
Der gebürtige Berliner hatte nach sechs Minuten für den "super Start" gesorgt, wie Trainer Julian Schuster nach dem Spiel sagte. Nach robustem Körpereinsatz von Matanovic steckte Maximilian Eggestein auf Scherhant durch, der vor dem Tor eiskalt ins lange Ecke vollendete.
Ermöglicht wurde der Treffer vor allem dank des tiefen Laufwegs des Angreifers, der nach dem Steckpass auf und davon war. "Wir arbeiten viel mit der Videoanalyse. Da war natürlich auch ein Thema, wie man am besten in diese Situationen kommt", sagte Scherhant. Auch Schuster freute sich, dass Tiefe statt Breite im Spiel so schnell zum Erfolg geführt hatte: "Das haben die Jungs sehr gut gemacht."
SC Freiburg: Scherhant "glücklich über Scorer"
Neben Scherhant überzeugten gegen Motherwell auch die weiteren Offensivkräfte. Vor allem Irié und Goto bekamen von Trainer Schuster noch ein Extra-Lob. Schon acht verschiedene Akteure haben sich in den ersten drei Spielen in die Torschützenliste eingetragen. Irié war im vergangenen Jahr lange von einer Malaria-Infektion ausgebremst worden, nun hat er seinen ersten Pflichtspiel-Treffer erzielt. Der Angreifer aus Burkina Faso könne mit seiner Wucht eine "brutale Waffe" werden, sagte der Freiburger Trainer. An Goto, der wie schon im Hinspiel als Joker getroffen hatte, imponiert Schuster vor allem seine Einstellung: "Der macht schon die ersten Sprints, bevor er auf dem Platz ist."
Das Erreichen der Ligaphase ordneten die Freiburger nüchtern ein. "Es war sehr wichtig, dass wir uns heute nicht ausgeruht haben nach dem Sieg im Hinspiel", sagte Scherhant über die Einstellung des Sport-Clubs. "Wir haben Vollgas gegeben und das ist uns gut gelungen. Ich bin auch sehr glücklich über meine Scorer."
Nach 67 Minuten hatte Scherhant gegen Motherwell Feierabend und wurde von Vincenzo Grifo ersetzt. Der Linksaußen holte sich bei seiner Auswechslung den verdienten Applaus des Freiburger Publikums ab. Der gebürtige Berliner zeigt sich vor dem Bundesliga-Start gegen Werder Bremen am Sonntag in toller Verfassung. Schon beim Hinspiel in Motherwell und beim 5:1 im DFB-Pokal bei Fortuna Düsseldorf hatte er jeweils einen Treffer vorbereitet.
Grifo und Scherhant - Top-Duo auf Linksaußen
Mit Grifo kam der Rekord-Torschütze und Top-Scorer der vergangenen Jahre für Scherhant ins Spiel. Das zeigt, dass der Sport-Club wohl auf kaum einer anderen Position so stark besetzt ist wie auf Linksaußen. Trainer Schuster freut's, schließlich tanzen die Freiburger erneut auf drei Hochzeiten und werden im Laufe der Saison angesichts der hohen Belastung darauf angewiesen sein, möglichst viele Spieler auf hohem Niveau im Kader zu haben.
In der vergangenen Saison bekam Grifo in der Bundesliga noch mehr Spielzeit als Scherhant. Geliefert haben beide: Zwölf beziehungsweise sieben Scorerpunkte hatte das Duo zur erneuten Qualifikation der Freiburger fürs internationale Geschäft beigesteuert. Die Linksaußenposition wird auch in der kommenden Bundesliga-Saison von den beiden bekleidet werden. Gut möglich, dass sich die Spielanteile zugunsten des 23-jährigen Scherhant verschieben. Zumal er gegen Motherwell bewiesen hat, dass er ebenso gefährliche Standards wie Grifo schießen kann. Von einer Wachablösung zu sprechen, wäre verfrüht. Doch Derry Scherhant wird sich in der neuen Saison wohl noch mehr in den Fokus spielen.