Zweite 0:1-Niederlage in Serie

SC-Trainer Schuster nach Niederlage im BW-Duell: "Möchte gar nicht kritisieren"

Lange hatte der SC Freiburg im BW-Duell gegen den VfB Stuttgart das Remis gehalten, zog am Ende aber doch den Kürzeren. SC-Coach Julian Schuster stellte seinem Team nach der zweiten knappen 0:1-Pleite in Serie trotzdem ein gutes Zeugnis aus.

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Von Autor/in Sophie Salmen

Es lief die fünfte Minute der Nachspielzeit im baden-württembergischen Duell zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg - und SC-Trainer Julian Schuster tobte an der Seitenlinie. Auslöser für die Emotionen des Fußballlehrers war Maximilian Mittelstädt, der einen Freiburger beim Ausführen eines Einwurfes störte und damit möglicherweise eine der letzten Offensivaktionen für den Sport-Club verhinderte. Mittelstädt sah Gelb, Schuster ebenfalls - und die Emotionen beruhigten sich wieder. Später entschuldigte sich Schuster sogar für seinen kurzen Ausbruch in dieser Szene, die Chance auf einen Lucky Punch war jedoch dahin.

Fünf Minuten zuvor hatte der eingewechselte Ermedin Demirovic die Schwaben mit 1:0 in Führung geschossen - nachdem die Gäste über weite Strecken erfolgreich das 0:0 verteidigt hatten. Kurz danach hatte Bruno Ogbus (90.+2) sogar noch die Chance zum Ausgleich. "Wir können schon stolz sein, welche Leistung wir heute gezeigt haben", sagte Schuster nach der knappen Pleite im Landesduell am Sportschau-Mikrofon und fügte hinzu: "Wirklich großes Lob an die Jungs, sie haben mich ein Stück weit überrascht, dass sie nach dem harten Spiel in Lille zu dieser Leistung in der Lage sind."

Schuster will sein Team nicht kritisieren

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Freiburg im letzten Spiel der Ligaphase in der Europa League gegen den OSC Lille lange auf Kurs Unentschieden gelegen und erst in der Nachspielzeit den entscheidenden Gegentreffer zum 0:1 kassiert. Zwei Spiele, zwei knappe Niederlagen binnen weniger Tage - für Schuster trotzdem kein Grund, seine Mannschaft allzu sehr zu kritisieren. "Die Energie, die da war, um die Energie des Gegners gar nicht erst aufkommen zu lassen, zeigt, welche Leistung wir heute gezeigt haben", meinte Schuster. "Das Unentschieden wäre gerecht gewesen."

In der Defensive hatten die Freiburger über weite Strecken tatsächlich eine gute Leistung gezeigt. Und konnten sich vor allem auf ihren Torhüter Noah Atubolu verlassen, der dem spät verlorenen Punkt hinterhertrauerte. "Es ist nicht das erste Mal, dass wir in der 90. Minute plus wieder ein Gegentor bekommen", ärgerte sich Atubolu. "Wir haben unfassbar gut dagegen gehalten, es war eine richtig gute Defensivleistung." In der Nachspielzeit noch so den Gegentreffer zu kassieren, dürfe aber nicht passieren, so Atubolu weiter.

Atubolu hält Freiburg im Spiel

Die Stuttgarter waren jedoch schon in der ersten Halbzeit die deutlich aktivere Mannschaft, während die Breisgauer viel mit Verteidigen beschäftigt waren - ein klarer Matchplan, wie Schuster und Atubolu nach der Partie bestätigten. Auf die Frage nach der eher defensiv gewählten Spielweise wollte Trainer Schuster seinen Matchplan aber nicht als zu destruktiv charakterisiert wissen. "Wenn du diesen Aufwand betreibst, kann es sein, dass es in der einen oder anderen Situation offensiv fehlt", erklärte der 40-Jährige. "Ich möchte gar nicht anfangen zu kritisieren."

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass abgesehen von einem Distanzschuss von Yuito Suzuki (4.) und einem Außennetz-Treffer von Derry Scherhant (43.) sich die Gäste in der ersten Hälfte vorne nur selten blicken ließen und auch in der zweiten Halbzeit selten in der Offensive auftauchten. Dazu konnten sie sich bei einem glänzend aufgelegten Atubolu bedanken, dass es so lange 0:0 gestanden hatte. Atubolu rettete beispielsweise gegen Josha Vagnoman (20.), Nikolas Nartey (42.) und Bilal El Khannouss (52.). Darüber hinaus ging VfB-Stürmer Deniz Undav unglücklich mit seinen zahlreichen Chancen um, bis er in der 90. Minute dem eingewechselten Demirovic zum VfB-Siegtreffer auflegte und die Freiburger Niederlage besiegelt war.

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Freiburg mit Rückschlag im Kampf um Europa

Eine Pleite, die für den SC Freiburg einen Rückschlag im Kampf um Europa bedeutet. Die Badener liegen als Tabellensiebter nach dem 20. Spieltag ein ganzes Stück hinter den Europapokalplätzen, auf den Sechsten Leverkusen beträgt der Rückstand bereits acht Punkte. Aufgeben gilt für Atubolu aber nicht: "Wir haben definitiv Ambitionen, der Verein hat die letzten Jahre immer um die internationalen Plätze mitgespielt. Wir wollen da weiter angreifen", versprach der Schlussmann. Die nächste Gelegenheit auf Punkte gibt es für den Sport-Club am kommenden Samstag. Dann empfangen die Breisgauer den abstiegsbedrohten SV Werder Bremen (15:30 Uhr / live im Audiostream auf sportschau.de).

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Sophie Salmen

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