Spektakuläres Remis gegen Leverkusen

Freiburgs historischer Torschütze Vincenzo Grifo: "Fühlt sich sehr schön an"

Beim 3:3-Spektakel gegen Bayer Leverkusen eröffnet Vincenzo Grifo den Torreigen für den SC Freiburg - und trägt sich mit seinem Rekordtreffer in die Geschichtsbücher des Sport-Clubs ein.

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Von Autor/in Sophie Salmen

"Endlich, ich habe mir so lange Zeit gelassen", brach es aus Vincenzo Grifo nach dem 3:3 gegen Bayer Leverkusen erleichtert heraus. Seit Mitte Januar - oder auch elf torlosen Pflichtspielen - hatte der Italiener in Diensten des SC Freiburg auf diesen Moment warten müssen. In der 34. Spielminute an diesem Samstagnachmittag war es nach einer Vorlage durch Grifos langjährigen Mitspieler Christian Günter soweit: Durch den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 verewigte sich Grifo in der Historie des Sport-Clubs. Der 32-Jährige steht nun bei 105 Pflichtspieltoren für Freiburg - und teilt sich mit seinem ehemaligen Mannschaftskollegen Nils Petersen die Spitze der ewigen SC-Torjägerliste.

"Es fühlt sich sehr schön an. Dass man als Mittelfeldspieler 105 Tore hat, passiert auch nicht alle Tage - und dabei habe ich auch noch tolle Menschen wie Jogi Löw überholt", fasste Grifo am ARD-Mikrofon seine Gefühle zusammen. Dass er den Ball zum Rekord-Treffer gegen seinen eigenen rechten Fuß geschossen hatte, von wo er in hohem Bogen ins Netz geflogen war - kurios und so auch noch nicht passiert, wie Grifo zugab. "Ich will den Ball eigentlich mit links ins lange Eck schießen und mein rechter Fuß steht eh immer irgendwie im Weg", beschrieb es Grifo. "Ich weiß nicht, wie ich ihn sonst erwischt hätte, ein Glückstor."

Grifos Vorlagengeber Günter freute sich mit dem neuen Rekordtorjäger. "Unglaublich", benannte es der Kapitän der Badener nach der Partie. "Ich weiß, was er über viele, viele Jahre investiert. Wir haben eine enge Verbundenheit auch außerhalb des Platzes", so Günter weiter. "Das spiegelt sich dann auch manchmal auf dem Platz wider. Wie schön, dass ich ihm den Treffer auflegen konnte."

Freiburg hält gegen Leverkusen dagegen

Grifo selbst wollte aber nicht nur über seinen Rekordtreffer, sondern auch über die Leistung der gesamten Freiburger Mannschaft sprechen, die beim Remis gegen den Champions-League-Achtelfinalisten aus Leverkusen "echt tollen Fußball" gespielt habe. "Es hat sich echt toll angefühlt. Schade ist, dass wir in Führung gehen und dann die Tore wieder kriegen. Aber die Sauhunde sind auch echt effizient“, fügte Grifo lachend hinzu.

Denn die erste Freiburger Führung glich Christian Kofane (37.) für Leverkusen nach nur drei Minuten aus. Die zweite SC-Führung durch Yuito Suzuki (43.) konterte Alejandro Grimaldo (45.+3) noch vor der Pause. Martin Terrier (52.) drehte die Partie vor 34.100 Zuschauern im Freiburger Stadion vollends. Die Breisgauer gaben jedoch nicht auf, kamen durch Matthias Ginter (86.) noch mal zurück und hätten in der wilden Schlussphase sogar fast noch das 4:3 erzielt - was bei SC-Kapitän Günter ambivalente Gefühle zurückließ. "Wenn du bis kurz vor Schluss 2:3 zurückliegst, dann bist du mit einem Unentschieden eher zufrieden. Aber wir hätten auch mehr verdient gehabt", so der Routinier.

Heimmacht SC Freiburg am Donnerstag auswärts

Am Ende überwog aber die Zufriedenheit über den erkämpften Punkt. "Es war wirklich ein sehr gutes Heimspiel und ein Schritt nach vorne", fasste es Günter zusammen. Und dazu hat die "Festung Europa-Park-Stadion" bei den Breisgauern weiter Bestand. "Zuhause klappt es, da sind wir einfach heimstark", meinte Grifo. Das belegen die Zahlen aus dieser Saison auch ganz klar. Freiburgs letzte Heimniederlage datiert vom 23. August 2025 - das war der erste Bundesliga-Spieltag, als es eine 1:3-Niederlage gegen Augsburg setzte. Seitdem ist der SC in nun 16 Pflichtspielen auf dem eigenen Platz ungeschlagen.

Stuttgart, Freiburg, Hoffenheim, Mainz, Schalke

SWR Sport | 19.04. ab 21:45 Uhr SWR Sport mit Hoffenheims Andi Schicker und der Meisterfrage in der Bundesliga

Entscheidet sich am Wochenende die Meisterschaft zugunsten des FC Bayern? Hoffenheim könnte gegen Dortmund Schützenhilfe leisten. Studiogast bei SWR Sport ist TSG-Geschäftsfühter Andi Schicker.

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Diese Serie kann aber frühestens am nächsten Bundesliga-Spieltag fortgesetzt werden. Denn am kommenden Donnerstag muss der Tabellenachte für das Hinspiel im Achtelfinale in der Europa League zum KRC Genk nach Belgien reisen (21 Uhr / live im Audiostream auf swr.de/sport).

Am Sonntag drauf (15.03.2026, 17:30 Uhr) wartet erneut ein Heimspiel auf die Breisgauer. Gegen Liga-Konkurrent Union Berlin soll die Serie an ungeschlagenen Heimspielen weiter ausgebaut werden - bestenfalls ebenso wie das Torkonto von Vincenzo Grifo. "Jetzt haben wir 105 und nun gehen wir auf den Weg zum alleinigen Rekordtorschützen", gab der 32-Jährige als persönliches Ziel aus - auf dessen Erreichen er aber bestimmt nicht wieder elf Spiele lang warten will.