Fußball | Bundesliga

Freiburg-Coach Schuster: "Die Brutalität des Spiels hat heute zugeschlagen"

Der SC Freiburg hatte Ball und Gegner kontrolliert, trotzdem mussten die Breisgauer eine deutliche 1:3-Niederlage hinnehmen. Sehr zum Ärger von Chefcoach Julian Schuster.

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Von Autor/in Michael Richmann

Nach dem Abpfiff hielt es Julian Schuster nicht mehr aus. Er verließ den Innenraum des Europapark-Stadions und rannte in die Katakomben. War das der Frust über die 1:3-Niederlage gegen den FC Augsburg? "Nein", sagte er im Interview mit SWR Sport. "Ich musste nur schnell zur Toilette." Schließlich hatte der frisch gekürte "Trainer des Jahres" an der Leistung seiner Mannschaft gar nicht so viel auszusetzen. "Die Brutalität des Spiels hat heute zugeschlagen. Vieles hat funktioniert, in der Defensive wie auch in der Offensive - außer eben das Toreschießen."

SC Freiburg statistisch überlegen

In der Tat war Freiburg in vielen Bereichen das bessere Team: Der SC hatte mehr Ballbesitz, deutlich mehr Pässe, viel mehr erfolgreiche Dribblings und mehr gewonnene Zweikämpfe. "Wir hatten das Spiel mit Ball und gegen den Ball eigentlich im Griff", sagte der 40-Jährige. "Die Bundesliga hat die Qualität, kleine Fehler zu bestrafen. Und heute wurden wir sehr hart bestraft." Und zwar durch Dimitrios Giannoulis (32.), Chrislain Matsima (42.) und Marius Wolf (45.+2). "Der Fußball ist manchmal nicht fair", ärgerte sich Kapitän Christian Günter, um dann gleich einzuordnen: "Das erste ist ein abgefälschter Schuss, das zweite ist ein Standard, das dritte ist dann so ein Umschalt-Moment. Ansonsten haben sie keine einzige Torchance herausgespielt."

Im Gegensatz zum SC Freiburg: "Wir haben uns riesige Chancen herausgespielt", sagte Günter. Auch nach dem Anschlusstreffer von Vincenzo Grifo (58. per Foulelfmeter) hatte Freiburg laut Günter "genügend Chancen gehabt, um sogar noch in Richtung Ausgleich zu gehen. Aber so gnadenlos ist halt der Fußball - um Spiele zu gewinnen, musst du die Chancen halt nutzen". Für Vincenzo Grifo waren die vergebenen Chancen wie ein "schlechter Film". "Aber so Spielverläufe gibt es nunmal."

Vincenzo Grifo bricht wenigstens den "Elfmeter-Fluch"

Mit dem verwandelten Elfmeter kann Grifo wenigstens ein Erfolgserlebnis mitnehmen: "Persönlich war es für mich jetzt gut, nach drei verschossenen Elfmetern mal wieder einen rein zu machen." Ansonsten will er das Spiel so schnell wie möglich abhaken: "Keinen Kopf runter, immer positiv bleiben" sei die Devise für die kommende Woche. Dann muss der SC Freiburg im Sonntagsspiel (31.08., um 19:30 Uhr) beim 1. FC Köln antreten. Chefcoach Julian Schuster will bis dahin zwei Dinge mitnehmen: "Dinge, auf denen wir trotz der Niederlage aufbauen können. Die Klarheit, dass manche Dinge einfach besser werden müssen."