Als der SSV Ulm den Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt hatte, wirkte es, als könnten die Spatzen zum großen Befreiungsschlag ausholen. Doch nach mehreren folgenschweren Patzern musste sich Ulm mit einer deutlichen 3:5-Niederlage abfinden. Tony Rudy Lesueur (2.), Niklas Wiemann (16.) schossen Osnabrück zunächst in Führung. Dennis Chessa (34.) und Paul-Philipp Besong (50.) konnten für die Ulmer ausgleichen. Doch Lars Kehl (57. & 58.) und Robin Meißner (74.) besiegelten die Ulmer Niederlage. Elias Löder betrieb in der Schlussphase noch etwas Ergebnis-Kosmetik.
Ulm sehr früh in Rückstand
Das Spiel begann mit einigen Minuten Verzögerung, weil Fans in beiden Kurven mit Pyrotechnik hantierten. Der Rauch hatte sich noch nicht ganz verzogen, da lag Ulm schon mit 0:1 hinten. Ein einfacher Doppelpass zwischen Lars Kehl und Fridolin Wagner und die Abwehr der Spatzen war ausgehebelt. Wagners Flanke auf den langen Pfosten vollendete der freistehende Tony Rudy Lesueur per Volley (2.). Ulm drängte auf den schnellen Ausgleich, doch der ehemalige Stuttgarter Leon Dajaku traf nur das Außennetz (9.).
Das Team von Trainer Pavel Dotchev vernachlässigte bei seinen Angriffen jedoch die Konter-Absicherung. So konnte David Kopacz auf Ulms Torhüter Christian Ortag zulaufen, der das 0:2 gerade noch verhinderte (15.). Danach war Ortag jedoch machtlos. Denn die anschließende Ecke landete bei Kopacz am zweiten Pfosten. Nach dessen Kopfball-Ablage auf Niklas Wiemann musste der 26-Jährige den Ball nur noch über die Linie drücken (16.). Nur wenige Minuten später musste Ortag erneut einen Flachschuss von Lesueurs entschärfen (22.).
Ulm gleicht aus und kassiert sofort den Nackenschlag
Ulm war klar unterlegen, steckte jedoch nicht auf und kam noch vor der Pause zum Anschluss: Nach Dajakus gechipptem Steilpass konnte Dennis Chessa den Ball an Lukas Jonsson vorbei ins Osnabrücker Tor spitzeln (34.). Um ein Haar hätte Jonathan Meier auf dem Weg in die Kabine sogar noch den Ausgleich erzielt. Doch VfL-Keeper Jonsson war bei Meiers Dropkick auf dem Posten (37.). So ging Ulm trotz der vielen Osnabrücker Chancen mit einem erträglichen 1:2-Rückstand in die zweite Halbzeit.
Dort fiel der angestrebte Ausgleich: Dajaku löffelte den Ball per Freistoß auf Max Brandt. Dessen Schuss konnte die Osnabrücker Abwehr kollektiv klären - allerdings genau vor die Füße von Dajaku. Der löffelte den Ball kurzerhand zurück in den Strafraum, wo Paul-Philipp Besong den Ball mit dem Rücken zum Tor über den herauseilenden Jonsson hinwegköpfte (50.). Allerdings: Das Tor hätte einer VAR-Überprüfung niemals standgehalten, weil Brandt den Ball gleich mehrfach mit der Hand spielte, bevor er ihn kontrollieren konnte. Da es den Videobeweis in der 3. Liga jedoch nicht gibt, zählte das Tor.
Ulm hängt auf einem Abstiegsplatz fest
Die Freude währte jedoch nur kurz, sehr kurz: Denn Lars Kehl holte innerhalb von 93 Sekunden zum Doppelschlag aus. Erst von der Strafraumkante (57.), dann - nach Marcel Seegerts viel zu kurzem Rückpass - aus fünf Metern (58.). Ulm hatte den Niedersachsen nicht mehr viel entgegenzusetzen und fing sich nach Robin Meißners Dropkick auch den fünften Gegentreffer (72.). Dass Ulm weiterhin nicht aufsteckte, bewies Elias Löder mit seinem tollen Kopfball-Treffer zum 3:5-Endstand (87.). Es blieb jedoch bei der verdienten Niederlage, die große Schwächen in der Ulmer Abwehr offenbarte.
Der SSV Ulm 1846 hängt daher mit 18 Punkten in der Abstiegszone fest, während der VfL Osnbarück mit nun 32 Punkten von einer Weihnachtsparty auf dem Relegationsplatz träumt. Kommende Woche bekommt es Ulm gleich mit dem nächsten Topteam zu tun. Am Samstag, 20.12., treten sie um 14 Uhr bei Rot-Weiss Essen an. Osnabrück spielt zeitgleich gegen den VfB Stuttgart II.