Es war wie eine Eruption der Gefühle. Als der junge Mann mit der Nummer 36 auf dem blauen Trikot den Ball aus kurzer Distanz über die Linie gedrückt hatte, folgte ein beeindruckender Freudentanz vor den Fans. Der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich am Freitagabend beim 3:1-Erfolg gegen Greuther Fürth war ein ganz besonderer Treffer für Rafael Pinto Pedrosa.
Erstes Profi-Tor vor der KSC-Kurve
Es war sein erstes Profi-Tor, ausgerechnet noch vor der stimmungsvollen KSC-Kurve im Wildpark. "Das ist einfach unbeschreiblich, man kann es gar nicht in Worte fassen was da in einem vorgeht, was man fühlt. Es sind einfach Glücksgefühle", so Rafael am Freitagabend nach seinem tollen Erlebnis gegen die Fürther im Interview mit SWR Sport. "Seit ich elf bin, bin ich hier beim KSC. Das ist schon immer ein Traum gewesen hier in diesem Stadion ein Tor zu schießen und zu spielen. Die Fans schreien deinen Namen, du bekommst soviel Adrenalin", sprudelten die emotionalen Worte geradezu aus dem überglücklichen Jung-Profi heraus.
Und das auch noch vor den Augen der Familie. Nach dem Abpfiff suchte er natürlich gleich das Gespräch mit Bruder und Papa: "Die haben sich natürlich gefreut. Immer schön, mit der Familie zu feiern".
Wer ist dieser Rafael Pinto Pedrosa, der neben dem ein Jahr älteren Stürmer Louey Ben Farhat als zweites KSC-Talent gerade in der 2. Liga durchstartet? In jedem Fall ist er ein langjähriges Eigengewächs, geformt in der Karlsruher Nachwuchs-Akademie. Im benachbarten Pforzheim geboren, war der begabte Kicker als Elfjähriger vom SV Kickers Pforzheim in die KSC-Jugend gewechselt, hatte dort alle Altersklassen durchlaufen und auch die Profi-Abteilung um Trainer Christian Eichner auf sich aufmerksam gemacht.
Zweitliga-Debüt bereits mit 16 Jahren
Im Wintertrainingslager 2024 schnupperte der rechte Außenbahnspieler erstmals Luft im Zweitligateam, sein Debüt feierte er am 13. September desselben Jahres beim 2:0-Heimerfolg gegen Schalke 04. Und das im zarten Alter von 16 Jahren, 11 Monaten und 14 Tagen. Inzwischen stehen bei Pinto Pedrosa bereits 38 Zweitligaspiele in der Vita, eine beeindruckende Zahl für einen erst 18-jährigen Jungprofi. Im April 2025 hatte er seinen ersten Profivertrag unterzeichnet.
Schüler am Karlsruher Gymnasium
Der Fußballer, daneben auch noch Schüler am Karlsruher Otto-Hahn-Gymnasium, besitzt portugiesischen Wurzeln, trägt aber inzwischen das deutsche Nationaltrikot und spielte seit März 2024 für die U17- und U18-Nationalmannschaft. "Ich gebe alles, um zu spielen", ist Rafael im KSC-Trikot voller Ehrgeiz, "ich spüre das Vertrauen, alle glauben an mich, das ist perfekt".
Alt und Jung: Tipps von "Papa" Sebastian Jung
Dass Rafael Pinto Pedrosa, trotz 22 Einsätzen in dieser Saison, auf seiner rechten Seite nicht in jedem Spiel von Beginn an gesetzt ist, liegt vor allem auch an einem früheren Nationalspieler. "Ich habe einen erfahrenen Sebastian Jung vor mir, mit dem ich immer kommuniziere, der mir immer hilft", beschreibt Rafael das Zusammenspiel in Konkurrenz mit dem bereits 35-jährigen früheren Bundesligaspieler, "natürlich ist es da nicht immer einfach. Aber es ist immer eine gute Harmonie zwischen uns beiden und den Trainern."
Sozusagen "Papa Jung" für Pinto Pedrosa? "Ich bin ja schon mit 15 zu den Profis gekommen. Es ist dann natürlich immer etwas Besonderes, einen so erfahrenen Spieler vor dir zu haben, das ist etwas Positives", schwärmt Rafael von der Routine des Mitspielers, von dem er noch so viel lernen kann: "Er ist als Mensch einfach unfassbar".
"Die Mannschaft ist stark zusammengewachsen"
Doppelte Freude beim Premiere-Torschützen gab es auch, weil der KSC die Partie gegen Greuther Fürth in der zweiten Hälfte nach dem 0:1-Rückstand zur Pause doch noch zum 3:1-Sieg drehen konnte: "In der Halbzeit haben wir ein bisschen Feuer bekommen", verriet Rafael Pinto Pedrosa eine gewisse Lautstärke in der Karlsruher Kabine, "das haben wir gebraucht. Aber wir sind als Mannschaft einfach so stark zusammengewachsen, dass wir auch in so schwierigen Momenten zurückkommen können. Da war dann das Feuer im Zweikampf, und das 3:1 am Ende war perfekt".
Ein perfekter Tag für Rafael Pinto Pedrosa
Es war letztlich auch für Rafael Pinto Pedrosa ein perfekter, ein unvergesslicher Fußballtag im Wildpark. Ein KSC-Sieg, drei Punkte und noch das erste Tor als Profi. Besser geht nicht. So kann`s gerne weitergehen.