Auf Trainerkongress in Mainz

Rudi Völler gesteht Rücktritts-Gedanken: "Ich war nah dran"

Rudi Völler war nach der enttäuschenden WM als DFB-Sportdirektor dicht davor, hinzuschmeißen. Das gab er auf dem Internationalen Trainerkongress in Mainz bekannt.

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Rudi Völler stand nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026 dicht vor einem Rücktritt als DFB-Sportdirektor. "Ich habe überlegt, ob es nach dieser WM noch Sinn macht, weiterzumachen und habe gewackelt. Ich war nah dran", berichtete der 66-Jährige beim Internationalen Trainerkongress in Mainz.

Rudi Völler: Attraktiver Fußball ist Hauptaufgabe

Nach Gesprächen mit der Führungsspitze des Deutschen Fußball-Bundes und dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp habe er sich aber entschieden, seinen Vertrag bis zur EM 2028 zu erfüllen. "Jürgen hat eine enorme Vita. Wenn er sagt, du musst dabeibleiben, freut mich das natürlich. Ich werde ihn auf meine Art unterstützen", sagte Völler.

Hauptaufgabe werde es sein, attraktiveren Fußball zu spielen. "Wir müssen die Massen wieder begeistern und es bei der nächsten EM besser machen", forderte Völler. Dafür sei Klopp der richtige Mann. "Du musst den Menschen in den nächsten zwei Jahren eine gewisse Zuversicht geben. Das kann er mit seiner Art. Er hat das Land ja schon angezündet", sagte Völler.

Nagelsmann hatte laut Völler "keine Lobby mehr"

Der ehemalige Teamchef, der mit der DFB-Auswahl 2002 Vize-Weltmeister geworden war, freut sich auf die Zusammenarbeit mit Klopp. "Es ist super, dass er es geworden ist", sagte Völler und lobte: "Es ist seine ganz große Stärke, neben seinem Fußball-Sachverstand, Menschen mitreißen zu können."

Diese Fähigkeit habe Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann zuletzt gefehlt. "Er hatte keine Lobby mehr. Jede seiner Entscheidungen wurde ihm negativ ausgelegt", sagte Völler. Der DFB hatte sich nach dem frühzeitigen WM-Aus im Sechzehntelfinale von Nagelsmann getrennt.

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Mit Jürgen Klopp mittelfristig bergauf?

Bei Klopp werde dies anders sein, prophezeite Völler: "Er hat die Wucht und die Macht, auch mal Dinge auszuprobieren. Und bei ihm wird man auch mal ein Auge zudrücken, wenn etwas nicht so funktioniert. Das hat er sich erarbeitet."

Er habe die Hoffnung, dass es unter dem 59-Jährigen mittelfristig wieder bergauf gehe. "Wir sind immer noch eine Nation, die an guten Tagen alle schlagen kann", bekräftigte Völler.

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