3. Liga

In Ulm brennt doch noch Licht! Mazaggs Last-Minute-Treffer wahrt die Hoffnung

Der SSV Ulm hat sein Heimspiel gegen den Tabellennachbarn TSV Havelse gewonnen. Lukas Mazagg sorgte in den Schlusssekunden für den Sieg.

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Stand

Von Autor/in Pirmin Styrnol

Mit einem Tor in der letzten Minute der Nachspielzeit hat der SSV Ulm 1846 Fußball doch noch seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt gewahrt. Im Duell der beiden bis dahin punktgleichen Abstiegskandidaten traf Dennis Chessa in der 63. Minute zur Führung, Christopher Schepp erzielte in der 80. Minute den Ausgleich. Lukas Mazagg traf kurz vor dem Schlusspfiff zum 2:1 (90.+5). Ulm schiebt sich damit auf sechs Punkte ans rettende Ufer heran, der TSV Havelse ist so gut wie abgestiegen.

Mit einem neun-Punkte-Rückstand auf den rettenden 16. Platz starteten die Tabellennachbarn in die Partie. Die Ausgangslage war also klar: Für beide Teams zählte nur ein Sieg. Vor allem den Hausherren war das Bemühen zunächst nicht abzusprechen, Ulm kam besser ins Spiel und versuchte über Ballbesitz das Tempo zu bestimmen. Folgerichtig sorgten die Spatzen auch für die erste wirkliche Torchance. Lucas Rösers Schuss von der Strafraumkante wurde jedoch von Sami Belkahia zur Ecke geblockt (9. Spielminute).

Zerfahrenes Spiel mit Vorteilen für Ulm

Dennoch blieb die Anfangsphase zerfahren. Viele ungenaue Zuspiele und überhastete Abschlüsse auf beiden Seiten ließen kaum Spielfluss aufkommen, der Druck war beiden Mannschaften anzumerken. So dauerte es bis zur 21. Minute bis erneut Torgefahr aufkam. Diesmal zielte Röser aus spitzem Winkel aber rechts am Tor vorbei. Es blieb beim 0:0. Auch in der Schlussphase der erste Hälfte blieb das Spiel von der Vorsicht beider Mannschaften geprägt. Fehlervermeidung stand im Vordergrund. So gingen die Teams mit einem torlosen Unentschieden in die Pause. Einige Zuschauer verabschiedeten die Spieler mit Pfiffen in die Kabine.

Auch im zweiten Durchgang blieb Ulm das aktivere Team in einer bis dahin schwachen Partie. In der 49. Minute hätten die Gastgeber gerne einen Strafstoß erhalten, doch Niklas Kölle war nach einem Rempler von Besfort Kolgeci zu theatralisch gefallen. Schiedsrichter Justin Hasmann entschied sofort auf weiterspielen. In der Folge wurde Ulm aber mutiger, fand immer besser den Zug zum Tor und jubelte in der 60. Minute über den vermeintlichen Führungstreffer. Der Linienrichter hatte jedoch die Fahne gehoben - Torschütze Max Brandt hatte im Moment des Zuspiels von Röser im Abseits gestanden.

Chessa trifft zur Ulmer Führung

Der Ulmer Ärger währte jedoch nicht lange. Nur drei Minuten später jubelten die Domstädter erneut - und diesmal zählte der Treffer. Dennis Chessa veredelte einen lehrbuchmäßigen Konter über die linke Ulmer Seite mit seinem Abschluss zum 1:0 (63.). Nur wenig später tauchte dann auch Havelse erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. Der erst eine Minute zuvor eingewechselte Christopher Schepp umkurvte Ulm-Keeper Christian Ortag, traf aus spitzem Winkel aber nur den Pfosten. Von dort sprang der Ball an die Beine von Ulm-Verteidiger Jonathan Meier. Der hatte Glück, dass die Kugel knapp am eigenen Tor vorbei über die Grundlinie prallte. Es blieb bei der knappen Ulmer Führung (68.)

Dem TSV Havelse lief nun die Zeit davon. Das Gästeteam legte jetzt den Offensivgang ein und versuchte den Ausgleich zu erzwingen, doch immer wieder fehlte Havelse die zündende Idee. Ulm stand jetzt tief, verlegte sich aufs Kontern und versuchte, die knappe Fühung über die Zeit zu bringen. Doch Havelse steckte nicht auf und belohnte sich für den jetzt deutlich höheren Aufwand. Nach einer Ecke von Johann Berger stand Schepp völlig alleine am zweiten Pfosten und musste nur noch einköpfen - 1:1 (80.).

Mazagg erlöst Ulm

In der Schlussphase übernahm Havelse nun vermehrt das Kommando. Beide Teams wussten, dass eine Punkteteilung den Klassenerhalt höchst unwahrscheinlich machen würde. Das resultierte in vielen Nickeligkeiten und hart geführten Zweikämpfen. Torchancen blieben jedoch Mangelware. Bis zur letzten Minute der Nachspielzeit. Nach einem Ulmer Konter spielte Kölle den Ball von der linken Seite flach in den Sechzehner - die abgefälschte Flanke landete direkt vor den Füßen von Mazagg, der freistehend aus sechs Metern ins untere linke Eck einnetzte (90.+5).

Der Lucky Punch für Ulm, das sich nun plötzlich wieder Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen darf. Mit 32 Punkten liegt der SSV vier Spieltage vor Saisonende sechs Punkte hinter dem Tabellen-16. Saarbrücken. Havelse hat mit 29 Zählern nur noch theoretische Chancen auf den Verbleib in der 3. Liga. In der kommenden Woche trifft Ulm im Auswärtsspiel auf 1860 München. Der TSV Havelse empfängt zuhause die Zweitvertretung des VfB Stuttgart.

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Autor/in
Pirmin Styrnol