Es war im Jahr 2021, als der Name Badredine Bouanani zum ersten Mal über Frankreichs Grenzen hinaus aufhorchen ließ. Die britische Tageszeitung The Guardian bezeichnete den damals 16-Jährigen als einen der weltweit besten Fußballer seines Jahrgangs.
Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass Bouanani, im Dezember 2004 in Lille geboren, eine verheißungsvolle Zukunft zugetraut wurde. In der Nachwuchsakademie von OSC Lille, die er durchlief und die dafür bekannt ist, Spitzentalente hervorzubringen, hieß es: Bouanani sei der beste Spieler dieser Akademie gewesen seit Eden Hazard. Der Belgier entwickelte sich zum Weltstar und spielte unter anderem für den FC Chelsea und Real Madrid.
Bouanani - Großes Talent, großartiger linker Fuß
"Er ist ein super talentierter Spieler. Er ist sehr gut mit dem Ball, hat einen großartigen linken Fuß", sagt die französische Journalistin Leandra Iacona, die für die Zeitung Nice-Matin arbeitet und Bouanani in seiner Zeit bei OGC Nizza beobachtet hat. Im Sommer 2022 war er dorthin gewechselt und debütierte kurz darauf mit 18 Jahren und einem Monat in der Ligue 1, der höchsten Liga Frankreichs. Seine Bilanz seither: 65 Spiele in der Ligue 1, dabei vier Tore und sieben Vorlagen, außerdem elf Europacup-Einsätze mit zwei Toren. Der VfB hat dem Vernehmen nach rund 20 Millionen Euro für den Linksfüßer mit französischer und algerischer Staatsbürgerschaft bezahlt.
Bouanani ist ein technisch hochbegabter Dribbler
Der 1,77 Meter große Offensivspieler ist in der Lage, seine Gegenspieler mit seinen schnellen Richtungswechseln stehen zu lassen, er kann auf dem linken und rechten Flügel spielen, tritt gute Standards und Flanken. Bei seiner Vorstellung in Stuttgart sagte er: "Ich mag den Fußball, den der VfB spielt." Und dem algerischen Nationalspieler ist zuzutrauen, dem Kombinationsspiel der Schwaben mehr Fantasie und Flair zu verleihen. Aber Journalistin Iacona ist vorsichtig mit zu großen Lobeshymnen: Bouanani sei mit seinen 20 Jahren noch sehr jung und müsse die nächsten Schritte machen.
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Viele Namen wurden gehandelt, doch gekommen ist letztlich keiner: Der VfB Stuttgart hat keinen Ersatz für den abgewanderten Nick Woltemade gefunden. Im Sturmzentrum wird es somit in nächster Zeit dünn - das sind die Optionen der Schwaben.
"Er gibt sich nicht genug Mühe"
"Er kann sehr frustrierend sein, weil er nicht konstant genug ist. Er weiß, dass er gut ist, und gibt sich nicht immer genug Mühe." Die vergangenen Saison habe er beispielsweise mit sehr guten Leistungen beendet, daran müsse er anküpfen. Seine Abschlüsse sind ausbaufähig und Frank Haise, Trainer von OGC Nizza, zeigte sich hin und wieder über mangelnde Arbeit in der Defensive verärgert.
Dennoch: Iacona glaubt daran, dass Bouanani in der Bundesliga überzeugen wird - und in zwei oder drei Jahren womöglich das doppelte Wert sein könnte. Beim VfB hat er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030 unterschrieben. Beim Testspiel-Erfolg gegen Sonnenhof Großaspach traf er bereits zum zwischenzeitlichen 2:0.