"In der Transferperiode ist mit allem zu rechnen"

VfB-Sportvorstand Wohlgemuth: "Demirovic und Undav werden Arévalos Atem spüren"

Der VfB Stuttgart geht aus einer guten Ausgangsposition ins neue Fußballjahr und mischt noch in drei Wettbewerben mit. Was sich bei den Schwaben personell noch tun könnte, verrät Sportvorstand Fabian Wohlgemuth im Gespräch mit SWR Sport.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Der erste Neue ist schon da, der erste Winter-Abgang steht auch fest: Der VfB Stuttgart, zur Winterpause auf Rang sechs in der Bundesliga, hat den 20-jährigen talentierten Angreifer Jeremy Arévalo von Racing Santander verpflichtet. Der ecuadorianische Nationalspieler schoss in dieser Saison bereits acht Tore für den spanischen Zweitligisten und soll kolportierte sieben Millionen Euro gekostet haben.

Weg ist hingegen Yannik Keitel. Den Defensivspieler zieht es zum FC Augsburg - zunächst auf Leihbasis für die Rest-Saison. Doch wie sehen die weiteren Personalplanungen des DFB-Pokalsiegers aus? Darüber sprach Sportvorstand Fabian Wohlgemuth mit SWR Sport am Rande des Trainingsauftakts des VfB Stuttgart.

SWR Sport: Neues Jahr, neues Glück! Was ist in den letzten Tagen beim VfB Stuttgart alles passiert?

Fabian Wohlgemuth: Auch die letzten beiden Wochen waren beim VfB Stuttgart arbeitsreich. Wir haben Yannik Keitel gerade erst zum FC Augsburg transferiert und sind auch aktuell mit unseren Spielern in Gesprächen, für die es verschiedene Perspektiven gibt. Möglicherweise ist es für manche Spieler richtig, die nächsten paar Monate temporär bei einem anderen Verein zu spielen. Für andere ist es richtig, hier beim VfB weiter die Konkurrenzsituation anzunehmen. Wir haben also viel Zeit mit Gesprächen verbracht, auch am Telefon.

Eine Aufgabe haben Sie bereits erledigt: Verstärkung im Sturm zu finden. Jeremy Arévalo kommt. Soll er sofort und kurzfristig helfen - oder kommt er eher als Perspektivspieler?

Wir haben Jeremy lange beobachtet, auch schon in seiner Zeit bei der spanischen Jugendnationalmannschaft. Wir sehen sein Talent und wir sehen eine sehr, sehr große Perspektive für ihn. Wir haben natürlich aber mit Deniz Undav und Ermedin Demirovic zwei arrivierte Angreifer. Er wird beiden im Nacken hängen - und beide werden seinen Atem spüren. Dennoch muss sich Jeremy hier erst einmal reinarbeiten, er muss ankommen, sich integrieren, die Sprache lernen und dann wird er über kurz oder lang ganz sicher eine Verstärkung für uns sein.

Wie ist die Lage bei Silas?

Silas ist aktuell aus familiären Gründen nicht dabei, wird aber in den nächsten zwei, drei Tagen zu seinem persönlichen Trainingsauftakt hier erscheinen. Auch da sind wir in Gesprächen, aber die sind noch wenig konkret.

Wird es im Winter-Transferfenster weitere Neuzugänge geben?

In der Transferperiode ist mit allem zu rechnen. Aus unserer Sicht sind wir im Sturm jetzt aber sehr gut aufgestellt. In der Hinrunde waren wir vor dem gegnerischen Tor sehr effektiv. Mit Jeremy Arévalo sind wir jetzt noch variabler. Die Quantität ist aus unserer Sicht jetzt erst einmal ausreichend. Dennoch haben wir im Januar jetzt direkt sieben Spiele, Anfang Februar ist zudem das DFB-Pokal-Viertelfinale in Kiel. Wir werden die Belastung wieder auf viele Schultern verteilen müssen.

Und abgesehen vom Sturm?

Es sind zwar noch vier Wochen Zeit, aber es ist davon auszugehen, dass auf der Zugangs-Seite in den nächsten Tagen nichts passieren wird.

Was muss im neuen Jahr aus Ihrer Sicht anders laufen?

Im letzten Januar waren wir sehr erfolgreich - und dann kam das unglückliche Ausscheiden aus der Champions League. Danach konnten wir den Spannungsbogen nicht aufrechterhalten. Das wollen wir in diesem Jahr besser machen. Es kommt uns zu gute, dass wir in der Europa League schon definitiv in der K.o.-Runde und somit weiter aussichtsreich dabei sind. Auch im DFB-Pokal dürfen wir darum kämpfen, eine Runde weiterzukommen. Vielleicht hilft es uns auch, dass wir diese Belastung haben, um den Spannungsbogen und den Fokus aufrechtzuerhalten.

Erstmals publiziert am
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Autor/in
Johann Schicklinski
Das Interview führte
Andie Köstler