Er ist schon lange nicht mehr nur der Sohn von Dieter oder der Neffe von Uli. Sebastian Hoeneß hat sich mittlerweile selbst einen Namen im internationalen Fußball gemacht. Und das innerhalb von nur knapp drei Jahren.
Seit seinem Dienstantritt beim VfB Stuttgart ist der heute 43-Jährige so etwas wie der aufstrebende Stern am Trainerhimmel. Aus einem Abstiegskandidaten hat Hoeneß einen national und international erfolgreichen Verein gemacht. DFB-Pokalsieger 2025, Champions League und aktuell im Achtelfinale der Europa League.
Ich habe Sebastian Hoeneß während seiner Zeit als Trainer in Hoffenheim kennengelernt. Sein erster Job in der Bundesliga. Damals noch ein bisschen verunsichert von der Wucht der höchsten Liga, eher leise und bedacht im Auftreten.
Seine Entwicklung seitdem ist rasant. Als Coach an der Seitenlinie und als Interviewpartner nach den Spielen, egal ob nach Siegen oder Niederlagen. Sebastian Hoeneß stellt sich immer und vor allem beantwortet er die Fragen. Keine Worthülsen oder Phrasen, er antwortet offen und ehrlich, auch wenn es vielleicht mal unangenehm ist.
Seine große Stärke: Der Umgang mit seinen Spielern
Auch mit seinen Spielern geht er so um. Er kommuniziert viel mit ihnen. Bei beinahe jedem Training sieht man ihn bei Einzelgesprächen mit seinen Jungs, während die anderen ihre Runden drehen. Die Mannschaft schätzt diese Art. Hoeneß schafft es auch diejenigen bei Laune zuhalten, die nicht regelmäßig zum Einsatz kommen. Ein Vorteil sind sicher die vielen Spiele. Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League - da fällt das Rotieren leichter.
Sebastian Hoeneß hat den VfB Stuttgart am 3. April 2023 übernommen. Damals standen die Schwaben nach dem 26. Spieltag mit zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und fünf Punkte entfernt von einem Nichtabstiegsplatz am Tabellenende. In den beiden Relegationsspielen gegen den HSV hielt Hoeneß die Schwaben in der Bundesliga, seitdem hat der VfB ein ganz anderes Gesicht..
VfB Stuttgart: 2024 Vizemeister, 2025 Pokalsieger
Am bevorstehenden 24. Spieltag wird Sebastian Hoeneß zum 100. Mal bei einem Bundesligaspiel für den VfB Stuttgart an der Seitenlinie stehen. Gegner am Sonntag (15:30 Uhr) ist der VfL Wolfsburg. Seine Bilanz in den 99 Bundesligapartien zuvor ist beeindruckend. 53 Siege, nur 26 Niederlagen, dazu 20 Unentschieden. Egal ob Christoph Daum, Felix Magath oder Meistertrainer Armin Veh: Sebastian Hoeneß hat mit einem Punkteschnitt von 1,81 Zählern pro Spiel all seine Vorgänger überholt.
Sebastian Hoeneß war und ist für die Schwaben ein großer Glücksgriff. Auch bei den Fans ist er ein absoluter Sympathieträger. Und das nicht nur wegen der Erfolge der vergangenen Jahre, sondern weil seine Art einfach ankommt.
Der Vertrag des Trainers läuft noch bis zum 30. Juni 2028. Wer weiß, was bis dahin noch alles möglich ist? Der Hoeneß der Stunde heißt nicht Dieter oder Uli. Er heißt Sebastian.