Fußball | DFB-Pokal

Der Pirmasenser "Fast-Pokal-Held" Yannick Grieß - und das besondere Spiel gegen den HSV

Dem FK Pirmasens fehlen nur wenige Minuten bis zur Pokal-Sensation gegen den Hamburger SV. Für Yannick Grieß, den Kapitän des krassen Außenseiters, war es ein unvergesslicher Tag - auch ohne Happy End.

Teilen

Stand

Der Fast-Pokal-Held Yannick Grieß vom FK Pirmasens hielt bei den Interviews ein blütenweißes HSV-Hemd in der Hand. Das Erinnerungsstück hatte der 29 Jahre alte Kapitän des Oberligisten nicht beim üblichen Trikottausch erhalten. "Das hat mir Stefan Kuntz eben überreicht, ganz förmlich. Das ist mir eine Riesenehre und eine Riesenfreude", sagte Grieß sichtlich stolz und gerührt. 

Es hatte sich vor dem DFB-Pokal-Erstrundenspiel bis zum Sportvorstand des Hamburger SV herumgesprochen, dass Grieß nicht nur seit seiner Kindheit ein glühender HSV-Fan ist, sondern inzwischen sogar Mitglied beim hanseatischen Traditionsklub.

Yanick Grieß: "Ist das real?"

Als der Mittelfeldspieler in der 53. Minute zur 1:0-Führung für den krassen Außenseiter abstaubte, da schien Grieß ein Fußball-Märchen zu schreiben. "Unbeschreiblich. Ich habe mir während des Spiels gedacht: Steht es wirklich 1:0? Du hast das Tor gemacht - es sind jetzt noch vier, fünf Minuten. Ist das real?", erzählte der Pirmasenser hinterher. "Leider hat's hinten raus nicht ganz gereicht. Trotzdem war's eine Wahnsinnsgeschichte und hat Riesenspaß gemacht."

Guilherme Ramos rettet den HSV in der Nachspielzeit

Vor 10.000 Zuschauern im Sportpark Husterhöhe rettete Guilherme Ramos (90.+2) mit seinem späten Tor den Bundesliga-Aufsteiger in die Verlängerung. Ransford Königsdörffer erzielte dann das 2:1 (100.) gegen den starken Fünftligisten. 

Pirmasens

Fußball | DFB-Pokal Pirmasens verliert nach großem Kampf gegen den HSV

In der ersten DFB-Pokal-Runde hatte Oberligist FK Pirmasens den Bundesligisten Hamburger SV zu Gast. Nach zwischenzeitlicher Führung verlor Pirmasens mit 1:2 in der Verlängerung.

"Riesenspiel" des FK Pirmasens

"Es war wirklich hauchdünn. Bitter für uns. Leider Gottes haben zwei, drei Minuten gefehlt", sagte Grieß, wirkte aber mehr beseelt als geknickt. "Das war wahrscheinlich der schönste Tag meiner Fußballkarriere. Wir haben heute als FKP ein Riesenspiel gemacht." 

Der Torschütze der Pfälzer hatte kürzlich sogar eine Trainingseinheit seines Lieblingsklubs im Volkspark besucht. Und als Pirmasens 2006 als Regionalligist im DFB-Pokal Werder Bremen im Elfmeterschießen besiegte, stand Grieß damals als Zehnjähriger mit seinem Vater auf der Tribüne.

Kapitänsbinde in der Kabine vergessen

Kein Wunder, dass Pirmasens' Mann des Tages vor der Partie gegen den HSV ziemlich aufgeregt war. Als er vor dem Anpfiff sein Gegenüber Jonas Meffert mit der Spielführerbinde sah, fasste er sich an den Kopf. "Oh, wo ist denn meine? Die liegt noch in der Kabine", berichtete er später. "Ich bin dann zurückgerannt, es hat gerade noch gereicht zum Einlaufen."

Eine weitere Anekdote an einem ganz speziellen Tag für HSV-Fan Grieß. Ein Tag, an den er sich noch lange gerne erinnern wird - auch wenn er nicht zum großen Helden wurde.

Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Johann Schicklinski

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!