"Einfach krass", sagte Forster, als sie mit der deutschen Fahne über den Schultern in ihren Interview-Marathon startete. Als die Spanierin bei den Zwischenzeiten vorn lag, habe sie Gold eigentlich schon abgeschrieben. "Aber irgendwie unten raus hat es dann doch noch gereicht. Das war ein richtiger Krimi. Ich finde es unheimlich geil, wenn solche Rennen so laufen wie heute, wenn es so, so knapp ist", meinte sie.
Paralympics-Gold zum Auftakt
Die 30-Jährige hat Deutschland am Samstag einen goldenen Auftakt in die Paralympischen Winterspiele in Italien beschert. Die Monoskifahrerin gewann die Abfahrt in Cortina d'Ampezzo in der sitzenden Klasse mit fünf Hundertstelsekunden Vorsprung vor der Spanierin Audrey Pascual Seco. Die Chinesin Sitong Liu (+5,48 Sekunden) wurde Dritte.
"Das Ergebnis ist perfekt. Das Rennen selber war sehr wild. Heute Morgen war ich super nervös, ich konnte nicht gut schlafen." Insgesamt holte Forster bereits fünf Goldmedaillen. "Das macht mich unheimlich stolz", sagte sie. "Ich hatte ein paar Ausritte, bei denen ich dachte: Oh Gott, das darfst du dir eigentlich nicht leisten", urteilte sie. Dass die vor ihr gestartete Niederländerin Barbara van Bergen gestürzt und das Rennen unterbrochen war, hatte darauf aber keinen Einfluss. "Ich weiß, wenn Barbara vor mit startet, kann das passieren, weil sie leider so eine Sturzpilotin ist", sagte Forster.
Anna-Lena Forster auf Rekord-Jagd
Für Forster ist es die erste Goldmedaille in der Abfahrt, in Peking hatte sie Silber geholt. Insgesamt gewann die Radolfzellerin bei Winterspielen bereits zehn Medaillen - fünf davon in Gold. "Das macht mich unheimlich stolz", sagte sie. Dabei war sie mit einem unguten Gefühl in diese Paralympics gestartet: "Heute Morgen war ich super nervös, ich konnte nicht gut schlafen."
Nun fehlen ihr nur noch zwei Paralympicssiege, um mit der früheren Monoski-Dominatorin Anna Schaffelhuber gleichzuziehen, über die Marke mache sie sich aber "keine Gedanken", erklärte Forster. In Norditalien ist das Aushängeschild der Mannschaft des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) noch im Super-G, der Super-Kombination, dem Riesenslalom und in ihrer Paradedisziplin Slalom am Start.