Schon vor der Partie des Tabellensiebten aus Ludwigsburg gegen den Tabellenzehnten aus Chemnitz war klar: Beide Mannschaften machen sich noch berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in die Playoffs oder zumindest die Play-Ins. Ein Sieg im direkten Duell könnte zu einem späteren Zeitpunkt noch hilfreich werden.
Chemnitz mit Druck - Ludwigsburg verschläft Startphase
Mit zuletzt zwei Siegen im Rücken wollten die Riesen sich weiter in Richtung der Top-Sechs und damit der direkten Playoff-Plätze orientieren. Doch das Hinspiel in Chemnitz hatte Ludwigsburg deutlich verloren (88:111). Der Start bereitete wenig Zuversicht, dass es diesmal besser laufen würde. Die Riesen verloren in der Anfangsphase zu oft den Ball - ein altes Problem der Mannschaft mit dem zweitschlechtesten Turnover-Wert der Liga. Sieben Minuten vergingen bis die Heimmannschaft erstmals punktete.
Ende des ersten Viertels war Ludwigsburg dann richtig im Spiel und holte vor allem von der Drei-Punkte-Linie auf. Die Führung zu Beginn des zweiten Viertels konnten die Gastgeber bis zur Halbzeit stetig ausbauen - mit 47:40 ging es in die Pause.
Riesen Ludwigsburg drehen auf: 16-Punkte-Führung
Die Riesen brachten in der Folge immer mehr Ruhe in die Partie. Den Niners Chemnitz hingegen entglitt zunehmend die Kontrolle. Ludwigsburg führte durchgängig hoch und ging mit einem Vorsprung von 16 Punkten ins finale Viertel. Dort ließen die Schwaben die Gäste zwar wieder etwas herankommen, gaben den Sieg aber nie aus der Hand. Mit 87:79 besiegten die MHP Riesen Ludwigsburg die Niners Chemnitz und erhalten ihre Hoffnungen auf die Finalrunde am Leben. Eine Schlüsselrolle in der Partie spielte neben Babacar Sane auch der US-Amerikaner Terrell Harris, der erst Anfang der Woche nach Ludwigsburg gewechselt war.
"Mr. Ludwigsburg" kehrt zurück
Am Tag vor der Partie gegen Chemnitz hatten die Riesen außerdem verkündet, ihre Klubstruktur zu verändern und zum Start der kommenden Saison erstmals einen sportlichen Leiter einzustellen. "Die Situation ist insgesamt komplexer geworden, denn die Anforderungen sind gestiegen. Das gilt für den Spielermarkt oder auch die Förderung von jungen Talenten. Wir wollen unsere Konzepte langfristiger auslegen und etwas unabhängiger vom jeweils aktuellen Trainer gestalten," erklärte Vereinsvorstand Alexander Reil.
David McCray soll diese Aufgabe übernehmen - auch genannt "Mr. Ludwigsburg". Der 39-Jährige kehrt nach zwei Spielzeiten an der Seitenlinie der Merlins Crailsheim zurück in die Barockstadt, wo er insgesamt mehr als 20 Jahre lang als Spieler und Trainer tätig war.