Seit 2018 haben die Rutronik Stars Keltern bereits vier deutsche Meisterschaften gewonnen. Nun wollen sie die erfolgreiche Serie mit dem nächsten Titel fortführen. Der Finaleinzug ist das Ergebnis einer konstant starken Saison. "Es ist schön zu sehen, dass sich die harte Arbeit über die ganze Saison ausgezahlt hat", sagt Trainerin Matea Tavic im Gespräch mit SWR Sport: "Jetzt ist es Zeit, um die Medaille zu kämpfen."
Kelterns Weg ins Finale
Die Rutronik Stars Keltern haben die Hauptrunde der Basketball-Bundesliga in überragender Manier gewonnen. Nach 22 Spielen standen sie mit 42 Punkten auf Rang eins, lediglich eine Partie hat das Team verloren. Mit durchschnittlich 76 erzielten Punkten pro Spiel ist Keltern eines der offensivstärksten Teams der Liga.
In den Playoffs wurde es dann zunächst etwas enger. Im Viertelfinale gegen den Herner TC setzte sich das Team im Best-of-three-Modus mit 2:1 durch und zog ins Halbfinale ein. Dort wartete Alba Berlin. Mit den Hauptstädtern hatte Keltern nach dem verlorenen Pokalfinale noch eine Rechnung offen.
In der Best-of-five-Serie gewann Keltern souverän mit 3:0, die Revanche war gelungen. "Wir sind sehr fokussiert in die Serie gegangen und haben uns genau an unseren Plan gehalten", blickt Trainerin Tavic zurück. Gerade die Heimspiele hätten dem Team das nötige Selbstvertrauen gegeben.
Ein Team mit klarer Identität
Spielerisch hat Tavic ihrer Mannschaft schnell ihren Stempel aufgedrückt. In ihrer erst zweiten Saison als Cheftrainerin steht sie mit Keltern erneut im Finale, nachdem sie in der vergangenen Saison bereits das Double geholt hat.
"In Keltern ist es immer das Ziel, einen Titel zu gewinnen", sagt die 33-Jährige. Der Finaleinzug sei deshalb nur ein Zwischenschritt gewesen: "Jetzt sind wir hungrig, die Meisterschaft zu holen."
Was ihr Team auszeichnet? "Wir sind eine Einheit, ein Team, eine Familie", beschreibt Trainerin Tavic. Ein junges Team mit viel Potenzial, das auf hohem Niveau spielt. Gleichzeitig setzt sie auf klare Prinzipien: Disziplin, Struktur und ein aggressiver Spielstil.
Der Gegner BC Marburg
Im Finale trifft Keltern auf den BC Marburg. Die Blue Dolphins setzten sich im Halbfinale gegen die Syntainics MBC aus Halle in vier Spielen mit 3:1 durch uns stehen damit erstmals seit 23 Jahren wieder im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft. Als Siebtplatzierte der Hauptrunde gelten die Marburgerinnen zwar als Außenseiterinnen, bringen aber eine klare Stärke mit: Heimspiele. Seit 2021 haben die Hessinnen all ihre fünf Playoff-Heimspiele gewonnen.
Die Bilanz spricht dennoch klar für Keltern. In der Hauptrunde gewannen die "Stars" alle drei Spiele gegen die Dolphins. Auch im Pokal-Halbfinale setzte sich das Team aus Keltern durch. Bereits seit Januar 2019 wartet Marburg sehnsüchtig auf einen Sieg gegen Keltern, insgesamt setzte es 16 Niederlagen in Folge. Für Trainerin Tavic spielt das jedoch keine große Rolle: "Egal wer im Finale steht, wir müssen bereit sein. Der Fokus liegt auf unserem eigenen Spiel."
Von der Spielerin zur Trainerin in Keltern: Matea Tavic
Tavic kennt ihren Club nicht nur von der Seitenlinie. Als Spielerin gewann sie in der Saison 2022/23 selbst die Meisterschaft mit Keltern. Diese Erfahrung hilft ihr heute im Umgang mit ihrem Team. "Ich weiß aus eigener Erfahrung, was Spielerinnen in bestimmten Situationen brauchen", sagt Tavic.
Sie treffe viele Entscheidungen auf Basis dessen, was sie selbst erlebt habe, positiv wie negativ. Seit der Saison 2024/25 ist Tavic Trainerin bei den Rutronik Stars in Keltern. In ihrem ersten Jahr holte sie direkt das Double und wurde "Coach of the Year 2025".
Eine besondere Begegnung für Alexandra Wilke
Einen interessanten personellen Aspekt gibt es bei Nationalspielerin Alexandra Wilke: Die Kapitänin und Leistungsträgerin von Keltern war jahrelang das Gesicht des Marburger Basketballs, bevor sie in den Nordschwarzwald wechselte. Mit durchschnittlich 16,1 Punkten pro Spiel gehört Spielmacherin Wilke in der laufenden Saison zu den konstantesten Scorerinnen der Liga.