Im Vorjahr haben beide Mannschaften das Finale um die Deutsche Meisterschaft ausgespielt. An diesem Sonntagnachmittag trifft das Münchner Star-Ensemble auf eine ersatzgeschwächte Ulmer Nachwuchs-Mannschaft - und entgeht knapp einer Blamage.
Ulm gewinnt das erste Viertel
In den ersten Minuten spielt Ulm gut mit. Die Bayern haben Mühe, gegen eine dicht stehende Ulmer Abwehr zum Korb zu finden. Fast drei Minuten benötigen die Gäste für ihre ersten Punkte. Auch danach läuft es für den Meister nicht rund. Ballverluste, Fehlwürfe (auch von der Freiwurflinie) prägen das Spiel. Ulms Trainer Ty Harrelson hatte vor dem Spiel gefordert, dass die Jungen im Team mehr Verantwortung übernehmen sollen. Das klappt in den ersten zehn Minuten richtig gut. Das ersatzgeschwächte Ulmer Team holt sich mit 19:15 das erste Viertel. Die Fans in der ausverkauften Arena reiben sich verwundert die Augen.
Ulmer Youngster ärgern das Euroleague-Team
München macht es im zweiten Durchgang besser. Vor allem defensiv ist der Meister jetzt wacher. Und weil bei Ulm vor allem die Würfe von draußen daneben gehen (1/9), übernimmt München die Führung. Wirklich absetzen können sich die Gäste aber nicht, zu hoch ist auch bei ihnen im Abschluss die Fehlerquote. In einem nicht wirklich hochklassigen Bundesligaspiel steht es zur Pause 36:38. Die Ulmer Fans verabschieden ihr Team mit stehenden Ovationen in die Kabine. Dass an diesem Nachmittag der Zwölfte der Liga ein Euroleague-Team zu Gast hat, sehen neutrale Beobachter bis hierher nicht. Die Topscorer nach 20 Minuten sind Anigbata (Ulm) und Dinwiddie (München) mit jeweils zehn Punkten.
Ulm kämpft, München arbeitet
Der Ulmer "Hurra-Basketball" geht auch im dritten Viertel weiter. Und bei einem Dreier von Osborne wird es in der Arena erstmals richtig laut. Ulm liegt nach fünf Minuten mit 51:45 vorne. Arena und Mannschaft scheinen zu spüren, dass gegen das Top-Team aus München auch ohne Weidemann, Ledlum und Klepeisz die Überraschung möglich ist. Stefan Jovic bringt sein Team allerdings wieder zurück ins Spiel. Die Bayern retten die kleinste aller möglichen Führungen in den Beginn des letzten Viertels (51:52).
Ulm kämpft sich in die Verlängerung
Den besseren Start in den Schluss-Abschnitt erwischen die Bayern. Ulm scheint die Puste auszugehen - scheint. Ein Zweier von Smith und ein Dreier von Jensen bringen den Vizemeister wieder auf zwei Punkte heran (56:58). Fünf Minuten sind noch auf der Uhr. Vor den Augen von Bundestrainer Alex Mumbru ist der Ausgang des Spiels wieder völlig offen. Und das Spiel wird jetzt dramatisch. Ulm hat den vermeintlich letzten Angriff des Spiels, doch Jensen verliert den Ball. Oscar da Silva bringt München mit zwei Freiwürfen zu einer Drei-Punkte-Führung. 1,9 Sekunden vor dem Ende wirft Chris Sengfelder per Dreier den Ausgleich für Ulm - Overtime.
Der Meister siegt nach Overtime
Als hätte Ulm an diesem Tag nicht schon Personalsorgen genug, bekommt das Team in der Verlängerung auch noch Foulprobleme. Smith und Milicic müssen mit fünf Fouls raus. Es ist ein bisschen Glück und die Erfahrung von Jessup, Jovic, Dinwiddie und Co, die das Match entscheiden. Der Ulmer Nachwuchs hat das Euroleague-Team aus München zwar am Rande einer Niederlage, verliert am Ende aber knapp mit 77:81.