Simon Kaiser ist stolz. Der Biathlet aus Hoppstädten-Weiersbach (Kreis Birkenfeld) hat es ins deutsche Weltcup-Team geschafft. "Dieses Jahr ist es schon etwas Besonderes", erzählte er im Interview mit SWR Sport. "Letztes Jahr bin ich mitten in der Saison dazugestoßen, und dann fühlt man sich auch noch nicht zu 100 Prozent als Teil des Teams." Dieses Jahr von Anfang an dabei zu sein, "ist schon ein richtig cooles Gefühl".
Simon Kaiser ist "maximal motiviert"
Die Weltcup-Saison beginnt am Samstag in Östersund (Schweden). Kaiser hat "richtig Bock" und ist "maximal motiviert". Er freut sich auf die neue Erfahrung. Denn die Saison 2024/25 hatte Kaiser noch im zweitklassigen Cup der International Biathlon-Union (IBU) begonnen und konnte dort überzeugen. Die Folge: Eine Nominierung für die Weltcup-Rennen in Hochfilzen (Österreich).
Simon Kaisers langer Weg ins Weltcup-Team
Er überzeugte dort und in den folgenden zwei Weltcups mit guten Laufleistungen, hatte jedoch zu viele Fehlschüsse. Nach mäßigen Platzierungen verlor Kaiser seinen Platz im Weltcup-Team und startete wieder im IBU-Cup. Doch er kämpfte sich zurück, holte Anfang Februar mit der deutschen Staffel-Team Silber bei den Europameisterschaften in Tirol und war zum Saison-Finale im März wieder beim deutschen Weltcup-Team.
Als Kind habe er immer vom Weltcup geträumt, so Kaiser: "Wenn ich zuhause bin und meine Eltern sehe, erinnern die mich eigentlich immer daran, wie ich als kleiner Bub mit Skiern ums Haus gelaufen bin, mit Holzgewehr auf dem Rücken und Biathlon gespielt habe. Jetzt so einen weiten Weg geschafft zu haben, bis in den Weltcup, was immer mein großer Traum war, der jedoch unrealistisch schien, das gibt einem auch Auftrieb."
Simon Kaiser will sich seinen Olympia-Traum erfüllen
Doch das Weltcup-Team ist für Kaiser nur ein Zwischenschritt: "Das große Ziel Olympia - da will ich dabei sein dieses Jahr", sagt der 26-jährige Polizei-Meister, der beim Biathlon-Team Saarland seine ersten Schritte machte und mittlerweile in Thüringen lebt. "Ich bin jetzt in einem gutem Alter, läuferisch klappt es ganz gut. Und wenn ich am Schießstand meine Sache richtig mache, kann das locker klappen." Für Olympia müsste er zweimal in die Top 15 oder einmal unter die besten acht laufen.
Das deutsche Biathlon-Team hat jedoch nur vier Plätze. Darum hat Kaiser sich den Sommer über gequält: "Man weiß, wofür man es macht. Man hat immer die Olympischen Ringe vor Augen, und das hilft einem, sich auch in schweren Zeiten zu motivieren." Anscheinend hat sich die Plackerei gelohnt: "Ich konnte mich in den Testwettkämpfen ganz gut behaupten. Läuferisch habe ich da nochmal einen klitzekleinen Sprung gemacht."
Simon Kaiser hat an seiner großen Schwäche gearbeitet
Doch Kaiser hat vor allem an seiner Schwäche gearbeitet: dem Schießen. "Da hat es im Sommer immer so wellenförmige Auf- und Ab-Bewegungen gehabt", monierte er. "Aber gegen Ende der Vorbereitung hatte ich nochmal Spezial-Schießtraining. Da haben wir ein paar Sachen gefixt. Und bei den letzten Wettkämpfen hat es schon ganz super geklappt. Also ich bin da zuversichtlich."
Simon Kaiser will gegen Rückschläge gewappnet sein
Um trotzdem mit potenziellen Rückschlägen fertig zu werden, hat Kaiser sich an eine Mental-Trainerin gewandt, um "sich zum Beispiel mit positiver Selbstinstruktion eine gewisse Sicherheit geben" zu können. "Wenn jetzt auch mal die Schieß-Ergebnisse im Training nicht perfekt waren, weiß ich trotzdem, dass der Anschlag passt. Ich muss mich im Wettkampf auf die Technik-Elemente konzentrieren, dann kann da eigentlich kein Fehler passieren."
Doch Kaiser weiß, dass er sich auch nicht zu sicher sein darf: "Ich bin noch nicht so ein festes Mitglied im Weltcup-Team. Deswegen ist es für mich immer noch etwas sehr Besonderes, im Weltcup zu starten." Wie die Athleten, denen er einst im heimischen Garten nachgeeifert hat. Und neben Athleten, die er früher im TV gesehen hat. "Da sind ja noch einige Legenden unterwegs", so Kaiser. Und darauf ist er sehr stolz.