Olympische Spiele 2026

Nigeria im Zweierbob - ein Land wagt den Wintersport

Ohne Eis oder Wintersportgeschichte, dafür mit großem Ehrgeiz: Nigerias Bob-Frauen trainieren im Westerwald für Olympia. Mit dabei: Trainerin Sandra Kiriasis.

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Ein brandneuer Bob, fünf Grad Außentemperatur, Nebel über der Laufbahn - in Hachenburg im Westerwald bereitet sich das nigerianische Zweierbob-Team auf die Olympischen Winterspiele vor. Ein Bild, das selbst eingefleischte Wintersportfans zweimal hinsehen lässt.

Nigeria, ein Land ohne Schnee und Eisbahnen, will sich im Februar mit den Besten der Welt messen. Pilotin Simidele Adeagbo und Anschieberin Kewe King wirken zuversichtlich: "An das Wetter mussten wir uns gewöhnen, aber wir kommen gerne hierher, weil wir uns hier fokussieren und gegenseitig pushen können", sagt Adeagbo.

Möglich gemacht hat das Projekt eine deutsche Bob-Legende: Sandra Kiriasis, Olympiasiegerin von 2006. Sie trainiert das Team in Hachenburg, feilt an Technik, Timing und Teamgeist. "Das ist das, was mich mein Leben lang geprägt hat", sagt sie. "Einfach da, wo nichts da ist, helfen und zeigen, was möglich ist - das spornt mich an."

Leichtathletinnen auf Eis

Adeagbo stammt ursprünglich aus der Leichtathletik, war im Skeleton unterwegs, ehe sie den Bob für sich entdeckte. Kewe King, einst Weit- und Dreispringerin in Großbritannien, suchte eine neue Herausforderung - und fand sie auf der Bobbahn. Seit gut einem Jahr sind die beiden ein Team, längst mehr als nur Trainingspartnerinnen. "Wir ticken gleich, wir sind wie Schwestern", sagt King.

Auch Verletzungen wie die Oberschenkelprobleme von Adeagbo ändern daran nichts. Statt Vollgas gibt es vorerst Techniktraining, aber der Fokus bleibt: Olympia 2026 in Italien.

"Wir repräsentieren eine Milliarde Menschen"

"Wir stehen kurz davor, Geschichte zu schreiben", sagt Adeagbo. "Afrika hat über eine Milliarde Menschen - und wir dürfen sie repräsentieren. Das gibt viel Kraft." Im Spätsommer waren sie schon einmal in Hachenburg, jetzt geht es um den Feinschliff, bevor sie in Norwegen auf Eis trainieren und im Weltcup die Olympiaqualifikation anpeilen.

Hachenburg

Bob-Legende Kiriasis trainiert Athletinnen Winter-Sportlerinnen aus Nigeria trainieren im Westerwald für Olympia

In der Bobszene sind sie Außenseiterinnen - doch mit dem Training in der Spezialanlage in Hachenburg wollen sich die beiden Athletinnen ihren Traum von der Olympischen Winterspielen 2026 erfüllen.

Guten Morgen RLP SWR1 Rheinland-Pfalz

Noch nie hat ein afrikanisches Land eine Medaille bei Winterspielen gewonnen. "Wir fahren nicht hin, um den Bus vollzumachen", sagt Trainerin Kiriasis. "Wir wollen dort auch performen - und klar, ein bisschen Glück gehört dazu."

Der Weg nach Turin ist noch weit, die Konkurrenz groß. Doch was in Hachenburg entstanden ist, soll im Februar 2026 auf die Probe gestellt werden. Simidele Adeagbo und Kewe King kämpfen um die Olympia-Qualifikation und darum, dass Nigeria im Bob künftig vielleicht kein Kuriosum mehr ist.

Erstmals publiziert am
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Onlinefassung
Leon Doumen
Das Interview führte
Marius Zimmermann
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