Sie hören dem Deutschen Gehörlosen-Sportverband zufolge fast nichts oder gar nichts mehr: Die 30 Rennradfahrerinnen und -fahrer, die am Samstag und Sonntag an den Deutschen Radsport-Meisterschaften für Gehörlose in Friedrichshafen und Tettnang (Bodenseekreis) teilgenommen haben.
Gehörlose messen sich beim Einzelzeitfahren sowie bei Straßen- und Rundstreckenrennen
Los ging es am Samstag: Zunächst stand in Tettnang das Einzelzeitfahren auf dem Programm. Amateure fuhren in drei Runden insgesamt 21 Kilometer, Hobbyfahrer in zwei Runden 14 Kilometer. Am Start waren den Organisatoren zufolge insgesamt 15 Frauen und Männer.
Weit mehr Kilometer waren es am Sonntag beim Straßen- und Rundstreckenrennen. Amateure mussten in 25 Runden gut 42 Kilometer zurücklegen, Hobby-Radsportler in 18 Runden gut 30 Kilometer schaffen. Auch hier waren 15 Sportlerinnen und Sportler aus ganz Deutschland gemeldet gewesen.
Wichtig ist, dass akustische Signale durch visuelle Signale ersetzt werden müssen beim Gehörlosen-Rennen. (...) Statt der Startpistole gibt’s auch eine Fahne oder ein Handzeichen.
Meisterschaften sind Teil des Radsport-Events "Rad & Roll"
Die Meisterschaften fanden im Rahmen des Radsport-Events "Rad & Roll" statt und wurden dort schon 2017 und 2023 ausgetragen. Die Idee zu der internationalen und inklusiven Sportveranstaltung "Rad & Roll" am Bodensee entstand vor zehn Jahren. Seit 2017 wird sie jährlich von mehreren Vereinen rund um den Bodensee veranstaltet, die Sport auf Rädern und Rollen betreiben oder sich für Menschen mit Behinderung engagieren oder beides.
Bei mehreren Rennen haben sich Radbegeisterte von Jung bis Alt auf den unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln gemessen: auf Liegerädern ebenso wie auf Inline-Skatern, aber auch auf Handbikes, die über Handkurbeln angetrieben werden oder in Velobikes, die wie kleine Autos aussehen, in denen man in die Pedale treten muss. Die Velomobil- und Liegeradrennen fand dieses Jahr erstmals statt.
Verantwortlich für die Radrennen bei "Rad & Roll" war der Radsportverein Seerose Friedrichshafen. Für die übrigen Disziplinen verantwortlich waren der National Handbike Circuit Deutschland, der Württembergische Behinderten- und Rehasportverband, das Speedteam Bodensee aus Friedrichshafen sowie der Deutsche Gehörlosen-Sportverband, der die Deutschen Meisterschaften ausrichtete.