Handball | Bundesliga

Abstieg am letzten Bundesliga-Spieltag: SG BBM Bietigheim muss nach nur einem Jahr wieder runter

Trauer in Bietigheim: Die Schwaben steigen nach einer Heimniederlage gegen den SC Magdeburg am 34. Spieltag aus der Bundesliga ab. Die Konkurrenz aus Erlangen und Stuttgart zieht noch an der SG BBM vorbei.

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Stand

Von Autor/in Johann Schicklinski

Vorjahresaufsteiger SG BBM Bietigheim muss nach nur einem Jahr in der Handball-Bundesliga wieder runter: Die Schwaben verpassten am Sonntag (08.06.) durch eine 25:35 (10:18)-Heimniederlage gegen den SC Magdeburg am 34. Spieltag aufgrund der Konkurrenz-Ergebnisse den Klassenerhalt. Die Gäste spielten ihre Qualitäten gnadenlos aus und setzten sich deshalb verdient durch. Zur Titelverteidigung reichte diese Leistung indes nicht, weil die Füchse Berlin bei den Rhein-Neckar Löwen gewannen.

Brisante Konstellation vor dem letzten Spieltag

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar: Aufsteiger SG BBM Bietigheim ging als Tabellen-15. mit einem Zähler Vorsprung auf Erlangen (16., in Wetzlar) und den TVB Stuttgart (17., gegen Leipzig) in den letzten Spieltag. Schlusslicht 1. VfL Potsdam stand bereits als Absteiger fest. Bietigheim hatte gegen Magdeburg also den Klassenerhalt in der eigenen Hand. Für die Gäste, die als Zweiter angereist waren, ging es indes im Fernduell mit den Füchsen Berlin noch um die deutsche Meisterschaft.

Bietigheim mit Rückenwind - Magdeburg mit individueller Klasse

Die SG BBM Bietigheim ging mit dem Rückenwind des 34:25-Auswärtssiegs in Leipzig in das Match und führte früh mit 2:1, aber die Gäste wehrten sich, eroberten ihrerseits beim 3:2 die Führung und bauten diese bis Mitte der ersten Halbzeit auf 8:6 aus. In der Folge spielte Magdeburg, Meister und Pokalsieger 2024, seine individuelle Klasse weiter aus und lag nach knapp 18 Minuten mit vier Treffern Vorsprung in Front (10:6).

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Löwen sorgen für Magdeburger Rückenwind

Insbesondere Felix Claar und Omar Ingi Magnusson rissen das SC-Spiel in dieser Phase an sich, auf Seiten der Gastgeber zeigte Tom Wolf eine starke Leistung. Das Team aus Sachsen-Anhalt bekam zudem zusätzlichen Rückenwind durch das Zwischenergebnis aus Mannheim, wo die Löwen gegen die Füchse nach knapp 20 Minuten mit fünf Treffern Vorsprung führten.

Bietigheim agierte bemüht, aber es war schnell klar, dass die SG BBM auf die anderen Ergebnisse hoffen musste, um den Klassenerhalt zu realisieren. Nach 23 Minuten lag Magdeburg bereits mit 13:7 vorn, zur Pause stand es aus Bietigheimer Sicht 10:18.

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Von den Resultaten der Konkurrenz abhängig

Die SG BBM erwischte einen guten Start in die zweite Halbzeit und konnte den Rückstand etwas verkürzen, aber Magdeburg hatte das Spiel unter Kontrolle. Beide Teams waren nun auch immer darum bemüht zu wissen, was in den anderen Spielen passiert. Sowohl Bietigheim als auch der SC waren nun nämlich für die Erreichung ihrer Saisonziele von den Resultaten der Konkurrenz abhängig.

Magdeburg musste dabei miterleben, wie die Füchse in Mannheim nach 45 Minuten in Führung gingen (27:26). Auch Erlangen und der TVB lagen parallel vorne, so dass Bietigheim zu diesem Zeitpunkt auf dem Abstiegsrang 17 stand.

Meisterschaft geht an die Füchse Berlin

Es blieb bis zur Schlusssirene ein einseitiges Spiel, das Magdeburg schließlich mit 35:25 deutlich gewann. Der Vorjahresmeister musste sich trotz des Siegs allerdings mit Platz zwei begnügen, weil die Füchse Berlin nach anfänglichen Schwierigkeiten ihre Hausaufgaben bei den Löwen machten, mit 38:33 gewannen und sich den Titel sicherten.

Bei der SG BBM Bietigheim herrschte indes große Trauer. Nach nur einem Jahr in der Bundesliga müssen die Schwaben, die vor dem letzten Spieltag noch über dem Strich standen, wieder runter, weil sowohl der TVB Stuttgart als auch der HC Erlangen ihre Spiele gewannen.

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Ein bitterer Abschied ist der Abstieg für Bietigheims Kapitän. Paco Barthe verlängert seinen Vertrag nach insgesamt elf Jahren im Klub nicht und konzentriert sich in Zukunft auf seine außersportliche Karriere. Gegen Magdeburg wurde er noch während des Spiels mit Standing Ovations verabschiedet.

"Der Nichtabstieg wäre das Beste gewesen, was man sich hätte vorstellen können. Es hat nicht geklappt", sagte Barthe im Sportschau-Interview. "In ein paar Wochen werde ich vielleicht rückblickend glücklich über meine Karriere sein. Aber jetzt gerade ist es hart."

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Johann Schicklinski