Vom Supercup ausgeladen worden

Ludwigsburg-Boss Christian Köhle hat Liga-Start noch nicht abgeschrieben

Nach dem Finanzkollaps der HB Ludwigsburg erklärt Vorstandschef Christian Köhle, wie es in den kommenden Tagen weitergehen soll - und welche Hoffnungen dem deutschen Meister bleiben.

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Vorstandschef Christian Köhle hofft trotz der heftigen finanziellen Probleme der HB Ludwigsburg noch auf einen Start in der neuen Bundesliga-Saison. "Unser Ziel ist weiterhin, in der kommenden Saison in der 1. Bundesliga zu spielen. Ob es umsetzbar ist, werden wir sehen", sagte Köhle. Der Topverein des deutschen Frauen-Handballs hoffe, bis Ende der Woche mehr zu wissen.

Die Ludwigsburger hatten vor zwei Wochen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt und ihre Mannschaft am Montag darüber informiert, dass die Finanzierung der kommenden Spielzeit nicht gesichert sei. Die Spielerinnen seien nicht mehr an ihre Verträge gebunden, hieß es. Sie können sich also neue Vereine suchen - oder zu geringeren Bezügen bleiben.

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Handball-Supercup und Champions League ohne Ludwigsburg

Die Zeit drängt allerdings. Vom Supercup gegen die HSG Blomberg-Lippe am 23. August in München ist Ludwigsburg bereits ausgeladen worden. Stattdessen tritt nun European-League-Sieger Thüringer HC an. "Aufgrund der bestehenden Unsicherheit um die Teilnahme der HB Ludwigsburg hat der Vorstand diese Entscheidung treffen müssen, um die Durchführung der Supercup-Partie sicherzustellen. Organisatorische Zwänge sowie bestehende Verpflichtungen gegenüber unseren Partnern lassen uns zu diesem Zeitpunkt keine andere Wahl", sagte Geschäftsführer Christoph Wendt von der Handball-Bundesliga der Frauen.

Auch in der Champions League hat der Club seinen Platz verloren. Wie der Europäische Handball-Verband EHF mitteilte, wird das norwegische Team Sola HK dafür nachrücken. Zudem kündigte die EHF rechtliche Schritte gegen den Verein, die Liga und den Deutschen Handballbund an.

"Bis Ende der Woche mehr Klarheit"

Eine Woche nach dem Supercup folgt der Liga-Start. "Es stehen noch Antworten von über 200 angefragten Sponsoren aus. Vielleicht kriegen wir die Lücke ja doch noch ein Stück weiter geschlossen. Dazu kommen die Rückmeldungen der Spielerinnen, ob und zu welchen Bezügen sie womöglich weiter für uns spielen würden", erklärte Köhle. "Wir hoffen, dass wir bis Ende der Woche mehr Klarheit haben. Uns ist natürlich auch bewusst, dass wir eine Verantwortung nicht zuletzt gegenüber Liga und Fans haben, und sich dieser Prozess daher nicht ewig hinziehen kann."

Markus Gaugisch fordert "schnelle Lösungen"

Auch Frauen-Bundestrainer Markus Gaugisch hat besorgt auf das drohende Aus des deutschen Handball-Meisters und die mögliche Vereinslosigkeit von sechs Nationalspielerinnen reagiert. "Diese Nachricht und die daraus resultierende Unsicherheit ist wenige Monate vor der Heim-WM natürlich nicht optimal für die Spielerinnen", sagte Gaugisch.

"Für alle Beteiligten gilt es jetzt, so schnell wie möglich Lösungen zu finden. Ludwigsburg war eine super Station, sehr fordernd mit einer Top-Mannschaft auf Champions-League-Niveau. Da ist es so kurz vor dem Saisonstart schwer, einen adäquaten Verein zu finden", sagte Gaugisch: Ich hoffe sehr, dass sich für alle Involvierten Lösungen finden lassen, um möglichst schnell wieder in den sportlichen Alltag zu kommen. Wir werden sie dabei so gut es geht unterstützen."

Das langjährige Aushängeschild des deutschen Frauen-Handballs war erst 2024 nach Ludwigsburg umgezogen und in der vergangenen Saison sowohl Meister als auch Pokalsieger geworden. Zuvor hatte die Mannschaft um Kapitänin Xenia Smits als SG BBM Bietigheim bereits viele Erfolge gefeiert.

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Johann Schicklinski

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