Handball-WM

Musik, Ball putzen und frische Luft: So gehen die deutschen Handballerinnen in die WM-Spiele

Die Handball-WM der Frauen beginnt am Mittwoch (26.11.) in Deutschland und den Niederlanden. Um erfolgreich zu sein, haben die Spielerinnen des DHB ihre ganz eigenen Rituale.

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Von Autor/in Martin Maibücher

"Die Vorfreude ist riesig", sagt die gute gelaunte Xenia Smits mit Blick auf das Eröffnungsspiel der Handball-Weltmeisterschaft am Mittwoch (18:00 Uhr) in Stuttgart. Vor dem Auftakt gegen Island sei dieses gewisse "Kribbeln im Bauch" definitiv zu spüren, berichtet die linke Rückraumspielerin im Gespräch mit SWR Sport weiter. Das erste Spiel wird - wie bei jedem großen Turnier - eine Art Standortbestimmung für das deutsche Team sein.

Das Viertelfinale soll mindestens erreicht werden

Das Ziel ist mindestens das Viertelfinale. Dass es noch zwei Spiele danach geben könnte, beschäftigt Mareike Thomaier noch nicht. Auf dem Medientag der deutschen Handballerinnen am Montag in Ludwigsburg sagt sie: "So weit müssen wir noch nicht Ausschau halten. Es geht immer darum, Schritte zu gehen und dann möglichst weit zu kommen. Das Viertelfinale ist das Ziel, das man sich vor Augen halten kann, um gut durch die Phasen vorher zu kommen."

Um erfolgreich zu sein, braucht es einen guten Teamspirit, die richtige Taktik, Fitness, Emotionen und: Ein paar ganz spezielle Rituale vor jeder Partie. Diese sind mal stärker und mal weniger intensiv ausgeprägt. Eine ganze Reihe an Spieltags-Marotten hat Kapitänin Antje Döll. "Ich putze immer noch einen Ball vor dem Spiel und ziehe den linken vor dem rechten Schuh an. Dazu küsse ich meinen Ehering fünfmal. Also es sind schon so ein paar Kleinigkeiten. Aber ich lasse mich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn mal irgendetwas nicht so läuft", erzählt die 37-Jährige.

Frische Luft für Smits, Musik für Thomaier

Besondere Rituale habe Xenia Smits nicht, sagt sie, fügt dann aber an: "Ich gehe meistens vor dem Spiel nochmal an die frische Luft, dazu rolle ich mich meistens nochmal ein bisschen ein im Gang vor der Kabine. Und dann kann es losgehen."

Mareike Thomaier geht die Vorbereitung auf ein Spiel musikalisch an. "Ich habe, seit ich 14 bin, immer die gleiche Playlist, die ich vor dem Spiel höre", sagt die 25-Jährige. "Da sind drei Lieder drin, die sind unumgänglich. Die anderen kann ich auch mal skippen." Zu den drei Pflicht-Songs gehört unter anderem das Lied "Popular", mit dem der schwedische Sänger Eric Saade 2011 beim Eurovision Song Contest antrat. "Das darf man sich eigentlich nicht anhören, weil er einfach nur drei Minuten lang davon singt, dass er berühmt sein wird", sagt Thomaier lachend. "Aber das gibt mir so einen gewissen Komfort."

Ehemalige Ludwigsburger Achse ist für Deutschland am Ball

Mit Antje Döll, Xenia Smits und Mareike Thomaier sind drei ehemalige Teamkolleginnen der HB Ludwigsburg für das deutsche WM-Team aktiv. Sie wissen wie man Titel gewinnt. Mit Ludwigsburg holten die drei Spielerinnen in der vergangenen Saison die Deutsche Meisterschaft und den DHB-Pokal. Nach der Insolvenz im Sommer musste der Verein den Spielbetrieb der Frauenmannschaft allerdings einstellen. Die Nationalspielerinnen aus Ludwigsburg schlossen sich daraufhin anderen Vereinen an. Döll wechselte zur Sport-Union Neckarsulm, Smits unterschrieb beim französischen Top-Club Metz und Thomaier läuft nun für die HSG Bensheim/Auerbach auf.

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Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Martin Maibücher
SWR-Sportredakteur Martin Maibücher
Das Interview führte
Andreas Köstler