Unverhofft kommt oft. Und wenn es so schön abläuft wie am vergangenen Sonntag im Lohrheidestadion in Wattenscheid, darf es gerne öfter passieren. Dort hat die Karlsruherin Mikaelle Assani überraschend die deutsche Serienmeisterin Mikaela Mihambo entthront. Besonders beeindruckend war, wie die Olympiasiegerin ihre neue Trainingspartnerin unmittelbar nach deren Siegessprung herzlich in die Arme nahm. "Sie hat gesagt, dass ich das verdient habe. Es war einfach superemotional, von einer erfahrenen Athletin so eine Unterstützung zu bekommen," sagte Assani gegenüber SWR Sport.
Erst in diesem Juni hatte Assani ihr Comeback gegeben. Zuvor war sie 15 Monate verletzt. Im März 2025 hatte sie sich bei der Hallen-EM in Apeldoorn einen Sehnenabriss sowie einen Anriss im linken Oberschenkel zugezogen. Es folgten eine Operation und eine monatelange Reha. "Der Neuanfang mit den Schmerzen war superhart. Aber ich kann offiziell sagen, dass ich wieder back bin", freute sich die Karlsruherin. Es spricht vieles dafür, dass die junge Athletin an dieser schwierigen Zeit auch gewachsen ist.
Mit dem Gewinn des deutschen Meistertitels sicherte sich Mikaelle Assani zugleich die Qualifikation für die in zwei Wochen beginnende EM in Birmingham. Dort zählt sie neben Malaika Mihambo, die zuletzt in London 7,05 Meter sprang, zu den deutschen Hoffnungsträgerinnen. "Ich traue mir bei der EM einen guten Wettkampf und auch das Finale zu", sagte Assani selbstbewusst.
Wer weiß, vielleicht stehen nach dem Weitsprung-Finale bei der EM mit Mikaelle Assani und Malaika Mihambo zwei Trainingspartnerinnen auf dem Podest. Unverhofft kommt schließlich oft.