Malaika Mihambo hatte schon immer das Talent, Widrigkeiten zu trotzen. Vor der EM 2022 bremste sie eine Corona-Infektion aus, sie gewann trotzdem Silber. Bei Olympia 2024 hemmte sie Post-Covid, wieder erkämpfte sie sich die Silbermedaille. Und diesmal? Am 14. September ruhen die Hoffnungen auf ihr - im Weitsprung bei der WM in Tokio. Eine leicht erhöhte Infekt-Anfälligkeit habe sie noch als Folge von Post Covid, sagt die Athletin von der LG Kurpfalz, aber sie gibt Entwarnung: "Ansonsten geht es mir gut und deshalb hoffe ich, dass ich noch die letzten Meter gesund ins Ziel schaffe." Im Gespräch mit SWR Sport blickt sie mit Vorfreude auf die WM und strahlt entspannt in der Morgensonne.
Ich fühle mich eigentlich sehr gut und auch auf einem guten Weg. Ich bin immer noch begeistert vom Weitsprung.
Feinschliff für die WM: Der Countdown läuft längst für Malaika Mihambo
Während unseres Interviews am Trainingsgelände der MTG Mannheim habe ich den Eindruck, Mihambo hat auch schon die bevorstehende Trainingseinheit im Kopf. Nicht, dass sie abwesend wirkt, ganz im Gegenteil: Gespräche mit ihr machen immer Spaß und sind weit weg vom Oberflächlichen. Es ist ihr Fokus, die Art, wie sie über ihren Sport, ihre Liebe zum "Fliegen", ihre Vorbereitung auf die WM in Tokio spricht. "Ich bin sehr schnell, der Anlauf ist eigentlich ganz gut jetzt gerade. Wir sind im letzten Feinschliff. Das Springen klappt an sich sehr gut", bringt uns die Weltmeisterin von 2019 und 2022 auf den aktuellen Stand.
Und gerade weil der Körper jetzt gut mitmacht, kann sie die Konzentration auf andere Dinge legen. Ohne Störgeräusche. "Mental bereite ich mich jetzt auch schon wirklich auf Tokio vor. Von daher würde ich sagen, ich habe alle Stellschrauben in der Hand. Und ich weiß, dass wir noch ein paar Trainingsmittel haben in den nächsten Wochen, die wir ausreizen werden, damit ich dann wirklich in der Top-Form des Jahres in Tokio anreisen darf", sagt die gebürtige Heidelbergerin.
Mentale Vorbereitung ist mentale Stärke und ihr Ass im Ärmel
Gedanken, Zweifel und Ängste räumt sie schon jetzt für sich aus. Den Erfolg schon jetzt zu visualisieren, all das ist Teil ihrer mentalen Vorbereitung. Und könnte wie so oft in der Vergangenheit ihr Trumpf in den kritischen Momenten des Wettkampfs sein. "Und ja, mehr als das tun und viel trainieren kann ich dann auch nicht machen. Und wenn das nicht reicht, dann ist es eben so", sagt sie bestimmt, entspannt und authentisch.
Weltstar in der Grube, Handwerkerin daheim
Die mentale Stärke ist der eine wichtige Baustein im Mihamboschen Erfolgsgerüst. Das andere ist ihre Art, sich Ablenkung im Leben zu holen. Studium, Musik, Yoga, Reisen und Handwerken. Bei den Aus- und Umbauarbeiten einer Alten Scheune hat sie selbst Hand angelegt.
Als sie im vergangenen Jahr in Rom Europameisterin wurde, war Tapezieren Teil der Vorbereitung, erinnert sich die 31-Jährige. Bei der WM in Japan muss es auch ohne Renovierungsarbeiten vor dem Wettkampf klappen. Denn, so Mihambo: "Jetzt stehen nur Arbeiten an, die wir nicht selbst verrichten können." Der Fokus liegt damit voll auf Tokio - und darauf, gesund und fit bei der WM an den Start gehen zu können.