Gold im Tennis Einzel und Gold im Sprint über 100 und 200 Meter, sowie im Weitsprung und Kugelstoßen. Was Laura Meyer aus Eisenberg (Donnersbergkreis) im vergangenen Jahr bei den World Transplant Games in Dresden geschafft hat, sucht seinesgleichen. Die 17-jährige war schon immer eine leidenschaftliche Sportlerin. Nach ihrer Leber-Transplantation ist der Sport aber noch wichtiger geworden. Er ist ihr Lebenselixier.
Sport als fester Bestandteil in Laura Meyers Lebens
Bereits als Säugling musste Laura Meyer die erste OP über sich ergehen lassen. Sie kam mit einer Gallengangatresie auf die Welt, einer seltenen Erkrankung bei Neugeborenen, bei der die Gallenwege verengt oder blockiert sind. Dadurch kann die Gallenflüssigkeit nicht richtig abfließen, was zu einem Rückstau von Galle in der Leber führt. Das kann wiederum Leberschäden verursachen.
Lange stand Meyer auf einer Warteliste für eine Organtransplantation. Mit sechs Jahren war es dann soweit. "Der Arzt fragte mich vor der Operation, ob ich mich noch von meinen Eltern verabschieden möchte, aber ich habe da gar nicht realisiert, wie risikoreich diese Operation eigentlich war", erinnert sich Laura Meyer. Die Eltern wussten dagegen um die Risiken einer Organtransplantation und schwankten zwischen Sorge und Hoffnung bei diesem lebensentscheidenden Moment ihrer Tochter. "Es hat ja erst im vierten Anlauf geklappt, davor wurde sie dreimal für die OP vorbereitet und dann kam im letzten Moment etwas dazwischen und die Sache wurde abgebrochen. Wir brauchten gute Nerven", sagt Mutter Anette Günther-Meyer heute.
European Transplant Games Bera Wierhake holt EM-Gold - und ist doch bitter enttäuscht
Wierhake holte sich bei den European Transplant Games zunächst den Titel über 5000 Meter. Am Freitag wollte sie den Europarekord über 1500 Meter knacken. Doch dann kam die Hitze.
Laura Meyer: Mit neuer Leber ins neue Lebensglück
Laura kommt heute mit dem neuen Organ gut zurecht, auch wenn Komplikationen in der Zukunft nie ganz auszuschließen sind. Aber sie kann ein fast normales Leben führen und der Sport steigert ihre Lebensqualität und ihr Selbstwertgefühl. "Manchmal vergesse ich, was ich durchgemacht habe. Vor allem im Wettkampf gegen nicht transplantierte Konkurrentinnen. Dann muss ich mir wieder bewusst machen, dass die nicht durchlebt haben, was ich mitgemacht habe. Dann bin ich irgendwie auch stolz auf mich selbst, dass ich das geschafft habe", so beschreibt Laura ihre Gefühlswelt.
Fast jeden Tag steht sie auf dem Tennisplatz oder im Leichtathletik-Stadion, nimmt ganz normal am Vereinstraining der TSG Eisenberg oder beim TC Kirchheimbolanden (beide Donnersbergkreis) teil.
Laura Meyer ist Botschafterin für Organspende
Sport ist Bestandteil ihres Lebens und das sie dieses Leben überhaupt noch hat, verdankt Laura Meyer ihrer Organspende. Deshalb ist es ihr ein großes Anliegen, auf dieses Thema immer wieder hinzuweisen. Denn in Deutschland sind die Einwilligungen in eine Organspende immer noch deutlich niedriger als in vielen anderen Ländern. So will sie als Botschafterin mit ihren sportlichen Erfolgen dafür sorgen, dass sich das ändert. Und die sportlichen Ziele gehen ihr dabei nicht aus. Bei den nächsten World Transplant Games hat sie schließlich fünf Titel zu verteidigen.