Profi-Radrennen in der Region Stuttgart

Große Etatlücke zwingt den Women's Cycling Grand Prix zu Veränderungen

Im Kern ist es eine gute Nachricht für den Radsport: Der Women's Cycling Grand Prix – ein Eintagesrennen für Profi- und Nachwuchs-Teams – kann auch 2026 stattfinden.

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Von Autor/in Patrick Stricker

Die Organisatoren von der Inflame Events GmbH aus Hamburg können ihre Planungen vorantreiben, nachdem der Verband Region Stuttgart (VRS) Anfang März eine Förderung über 250.000 Euro beschlossen hatte. In der Vergangenheit war die VRS-Finanzspritze an eine gleichzeitige Mitfinanzierung durch den Stuttgarter Gemeinderat gekoppelt.

Dem Women's Cycling Grand Prix fehlen 500.000 Euro

Weil aber die baden-württembergische Landeshauptstadt im Doppelhaushalt 2026/27 massive Einsparungen vornimmt und ihre Unterstützung für das Radrennen gestrichen hatte, stand eine weitere Austragung des Grand Prix seit Ende vergangenen Jahres auf der Kippe. Zuletzt hatte sich die Stadt Stuttgart mit 500.000 Euro an dem Event beteiligt – ein hoher Betrag, der nun fehlt. Immerhin beträgt die Finanzlücke nicht 750.000 Euro, wie noch vor ein paar Wochen befürchtet.

"Dass der Verband Region Stuttgart das Potenzial der Veranstaltung nicht einfach verschenkt hat, stattdessen unser Bemühen um deren Fortsetzung und strukturelle Neuausrichtung schnell erkannt und nach Kräften unterstützt hat und nun dankenswerterweise maßgeblich weiterhin fördert, gibt uns hierbei einen gewissen Rückenwind", teilten die Veranstalter auf Anfrage von SWR Sport mit. Für das Rennen, das am 13. September über die Bühne gehen soll, werden zudem weitere Sponsoren gesucht.

Radrennen nicht mehr in Stuttgart

Wie aber umgehen mit der großen Etatlücke von 500.000 Euro? Klar ist, dass sich die Einsparungen auf die Durchführung sowie auf den Charakter des Women's Cycling Grand auswirken werden.

Die Organisatoren sprechen von einer Kompensation "durch die Verkürzung und Verlagerung der Streckenführung, durch die der Kostenposten der Streckensicherungsmaßnahmen deutlich reduziert wird". Zudem sollen Start und Ziel am gleichen Ort liegen – ebenfalls mit dem Vorhaben, Kosten einzusparen.

"Streckencharakter weniger urban geprägt"

In den vergangenen Jahren startete das Rennen in Tamm (Kreis Ludwigsburg), Böblingen und Filderstadt (Esslingen). Die Streckenführung durch unterschiedliche Landkreise wurde im Sinne der Abwechslung stets verändert, ein stimmungsvolles Finale hatte sich zuletzt aber etabliert: Nach einer mehrfach befahrenen Schlussrunde durch die Stuttgarter Innenstadt befand sich die Ziellinie entweder in der Hohenstaufenstraße oder am Rotebühlplatz. 2026 wird es das so definitiv nicht geben.

"Der Streckencharakter ist vielleicht etwas weniger urban geprägt als bisher", heißt es auf SWR-Nachfrage: "Dafür wird der Kurs erneut in einem nicht nur landschaftlich, sondern auch sportlich ansprechenden sowie anspruchsvollen Umfeld in einem Landkreis der Region Stuttgart platziert sein." Dabei soll es sich dann um einen Rundkurs mit einer Länge von rund 55 Kilometern handeln. Inklusive Schlussrunden durch die Gastgeberkommune rechnen die Streckenplaner mit einer Gesamtlänge von 120 bis 130 Kilometern.

Women's Cycling Grand Prix am 13. September 2026

Gut für den Women's Cycling Grand Prix: Beim Radsport-Weltverband UCI behält das Rennen seinen "ProSeries"-Status. Damit fällt der Wettbewerb nach wie vor in die zweithöchste Rennkategorie. Anfragen "vieler Profi-Teams" sollen bereits seit längerem vorliegen. Im vergangenen Jahr waren unter die frühere Tour-de-France-Gewinnerin Kasia Niewiadoma sowie Deutschlands Top-Fahrerin Liane Lippert (Friedrichshafen) an den Start gegangen.

Re-Live: Women's Cycling Grand Prix | SWR Sport

Den Großteil aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden am 13. September aber wieder jene ausmachen, die beim sogenannten "Brezel Race" starten werden. Auch dieses Hobbyrennen, das zuletzt immer parallel zum Grand Prix stattfand, kann infolge der VRS-Förderung durchgeführt werden.

Auch für das Brezel Race kann geplant werden

Die Strecke des Brezel Race wird dem Rundkurs folgen, der auch beim Profi-Rennen genutzt wird. Im vergangenen Jahr waren knapp 4.000 Amateurfahrerinnen und -fahrer an den Start gegangen. Anmeldungen für 2026 sollen ab dem 4. April möglich sein.

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Patrick Stricker
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