Förderung gestrichen

Stuttgarter Radrennen "Women's Cycling Grand Prix" auf der Kippe

Die für Mitte September 2026 angestrebte vierte Auflage des "Women's Cycling Grand Prix" – einem Profi-Radrennen in Stuttgart und Umgebung – steht massiv auf der Kippe.

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Von Autor/in Patrick Stricker

Wie die Organisatoren am späten Freitagabend (19.12.2025) via Instagram mitteilten, könne der Grand Prix "nicht in der geplanten Art und Weise am 13. September" stattfinden. Gleiches gelte für die "Brezel Race" genannte Breitensport-Veranstaltung, die zuletzt stetig gewachsen war und 2025 rund 4.000 Amateur-Radsportlerinnen sowie -Radsportler angelockt hatte.

Keine Förderung für das Radrennen in Stuttgart

Auslöser für die unsichere Zukunft der immer beliebter werdenden Events sei der Mitteilung zufolge der Sparhaushalt, den der Stuttgarter Gemeinderat am Freitag verabschiedet hatte. Ohne Kürzungen in den Bereichen Sport, Soziales und Kultur hätten im Doppelhaushalt 2026/27 der baden-württembergischen Landeshauptstadt etwa 800 Millionen Euro gefehlt.

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"Im Zuge dieser Einsparungen entschied sich der Gemeinderat gegen die Verlängerung der Förderung des Brezel Race und des Women's Cycling Grand Prix", schrieb die Inflame Events GmbH aus Hamburg. Sie hatte die Veranstaltungen nach der Premiere des Grand Prix 2023 für die vergangenen zwei Austragungen übernommen.

Women's Cycling Grand Prix: 750.000 Euro fehlen

Die gestrichene Förderung reißt ein riesengroßes Loch von 500.000 Euro in die Finanzierung. Auch ein Festbetragszuschuss von 250.000 Euro durch den Verband Region Stuttgart, der neben der Stadt zu den wichtigsten Finanzierern zählte und dessen Förderung an eine gleichzeitige Mitfinanzierung des Gemeinderats gekoppelt war, dürfte nun sehr wahrscheinlich wegfallen.

"Somit ist eine Umsetzung der Veranstaltung in der gewohnten Form aus betriebswirtschaftlicher Sicht für uns nicht darstellbar", schrieben die Organisatoren. Wie es mit Grand Prix und Brezel Race weitergeht, ist derzeit völlig unklar: "Wir sondieren nun sämtliche Alternativen, von der Option, die Veranstaltung gegebenenfalls verkleinert oder andernorts stattfinden zu lassen, bis hin zu einer mittelfristig dauernden Pausierung."

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Sogar Kasia Niewiadoma-Phinney kam nach Stuttgart

Allen voran der Women's Cycling Grand Prix hatte seinen Platz im Kalender des Radsportweltverbandes UCI schnell gefunden, war dort bereits nach der Erstaustragung in die "Pro Series" genannte zweithöchste Rennkategorie aufgestiegen. Zuletzt hatte das Event als Formtest für die Weltmeisterschaften Stars wie Kasia Niewiadoma-Phinney, die Gewinnerin der Tour de France Femmes 2024, oder auch Deutschlands Top-Fahrerin Liane Lippert (Friedrichshafen) an die Startlinie gelockt.

Sollten sich die Stuttgarter Radsportveranstaltungen nicht alternativ finanzieren lassen und der Grand Prix langfristig aus dem Rennkalender verschwinden, wäre das der nächste große Rückschlag für die Etablierung und Weiterentwicklung des hiesigen Frauenradsports. In den vergangenen Jahren hatten sich die Tour de Feminin Berlin sowie allen voran die traditionsreiche Thüringen-Rundfahrt zurückziehen müssen – ebenfalls wegen gestrichener finanzieller Förderung.

Gleiches droht nun dem Women's Cycling Grand Prix, der zuletzt das einzige Radrennen für Profis und ambitionierte Nachwuchsfahrerinnen auf deutschem Boden war.

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Patrick Stricker
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