Die Gastgeber setzten sich schon nach der Dressur deutlich an die Spitze der aus sechs Nationen bestehenden Wertung, die sie auch nach der Gelände- und der abschließenden Springprüfung weiter ausbauten.
Angeführt von den beiden Olympiasiegern Michael Jung und Julia Krajewski aus Warendorf auf den beiden ersten Plätzen in der Einzelwertung hatte Deutschland in der Endabrechnung lediglich 98,8 Punkte auf dem Konto. Das Podium komplettierten die Belgier mit 123,3 Punkten und Schweden (130,8). Allerdings waren die starken Briten nicht am Start, die sich anderweitig auf die Weltmeisterschaft vorbereiten.
Jung auch fehlerfrei im Parcours
Der mehrfache Olympiasieger Michael Jung zeigte gleich zum Auftakt in der Dressur mit einem Ergebnis nahe an seiner Bestleistung, dass er und sein 18-jähriger Hannoveraner Wallach Chipmunk genau drei Monate vor der WM in Aachen in bestechender Frühform sind. In einem gut dosierten Geländeritt handelte sich der 43-Jährige lediglich Zeitfehler ein und verteidigte seinen Spitzenplatz auch fehlerfrei im Parcours.
Für Jung war das Turnier ein Heimspiel. Seine Reitanlage in Horb am Neckar (Kreis Freudenstadt) liegt nur rund 80 Kilometer entfernt. "Ich bin in Marbach quasi groß geworden und bin gefühlt schon immer hier auf dem Turnier", erzählte er im Interview mit SWR Sport. Dass dieses Jahr zum ersten Mal auch der Nationenpreis in der Vielseitigkeit auf der Alb stattfindet, sei eine Aufwertung für das Turnier.
Erstmals Nationenpreis in der Vielseitigkeit in Marbach
Denn in jedem Land darf pro Jahr nur ein Nationenpreis veranstaltet werden. In Deutschland gibt es seit 2007 einen - und der wird normalerweise in Aachen ausgetragen. Doch weil dort im August die Weltmeisterschaften stattfinden, wurde für dieses Jahr ein anderer Austragungsort gesucht.
"Es ist ein Riesenkompliment an uns, dass wir dieses Jahr diesen Nationenpreis hier ausrichten dürfen. Es zeigt, was wir die letzten Jahre hier für Arbeit reingesteckt haben", findet Turnierleiterin Anna Fecke.
Marbach als Vorbereitung auf die WM in Aachen
Für viele war das Turnier in Marbach auch ein wichtiger Test in der Vorbereitung auf die WM. "Wir haben hier ein super bergiges Gelände. Da kriegt man schon mal sehr gute Informationen und kann den Ist-Zustand überprüfen", analysierte Jung vor seinem Auftritt am Samstag. Am Sonntag stand dann fest: Diese Prüfung ist ihm sehr erfolgreich gelungen.