Handball | Bundesliga

Ohne Topstar, aber mit Meistertrainer: Alles auf Anfang bei den Löwen

Es ist ein Mega-Umbruch: Mit acht Zugängen und einem neuen Chefcoach nehmen die Rhein-Neckar Löwen in dieser Woche das Training auf. Bei der Zielsetzung hält sich Sportchef Uwe Gensheimer zurück.

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Den Trainer gewechselt, die Mannschaft umgebaut, Topstar Juri Knorr verloren: Wenn sich die Bundesliga-Handballer der Rhein-Neckar Löwen am Mittwoch zum ersten Mal im Kronauer Trainingszentrum treffen, beginnt bei den Nordbadenern auch eine neue Zeitrechnung. Wieder einmal. Denn Umbauten und Umbrüche gab es beim zweifachen Meister und Pokalsieger in den vergangenen Jahren einige.

Maik Machulla folgt auf Sebastian Hinze

Sportchef Uwe Gensheimer weiß das ganz genau und gibt einerseits zu, dass das Wort Neustart mit Blick auf seinen Club "ein wenig überstrapaziert" sei. Andererseits, betont der frühere Weltklasse-Linksaußen, sei es aber letztendlich genau das: ein Neustart. Bei den Löwen steht also alles mal wieder auf Anfang. Künftig hat der zweimalige Flensburger Meistertrainer Maik Machulla als Nachfolger von Sebastian Hinze das Sagen. "Er ist ein Trainer mit großer Erfahrung und vielen Erfolgen", sagt Gensheimer über Machulla, der jedoch ohne den deutschen Nationalspieler Juri Knorr auskommen muss. Den Topstar zog es zum dänischen Spitzenclub Aalborg.

Neuzugänge sollen Tempo bei den Löwen bringen

Insgesamt sechs Profis haben den Club verlassen, zuletzt verabschiedeten sich etwas überraschend auch noch die Leistungsträger Mikael Appelgren und Ivan Martinovic. Es ist zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber es gilt als sicher, dass beide künftig das Trikot des ungarischen Topclubs One Veszprém tragen. Für das Duo sollen die Löwen laut "Mannheimer Morgen" eine hohe sechsstellige Ablösesumme kassiert haben.

Den bisherigen Abgängen stehen acht Neuverpflichtungen gegenüber. "Wir haben spannende Spieler geholt", sagt Gensheimer, der bei den Mannheimern in sein zweites Jahr als Sportchef geht und für Kontinuität sorgen will. Für die Sünden der Vergangenheit kann er zweifelsohne nichts, der 38-Jährige muss aber damit arbeiten. Und macht das auch. Er hat einen klaren Plan vor Augen: "Wir wollen mehr Tempo in unserem Spiel." Und dafür stünden die Neuzugänge.

Reichlich Verstärkung im Rückraum

Als Alternative für Kapitän Patrick Groetzki auf der Rechtsaußenposition kommt der Schweizer Nationalspieler Gino Steenaerts (HC Kriens-Luzern), im Rückraum hat sich der Bundesligist gleich fünffach verstärkt: Dani Baijens (Paris Saint-Germain), Edwin Aspenbäck (TTH Holstebro/Dänemark), Haukur Thrastarson (Dinamo Bukarest/Rumänien), Lukas Sandell (One Veszprém/Ungarn) und Mathias Larson (Elverum/Norwegen) kommen.

Außerdem kehrt der zuletzt zum Zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten verliehene Robert Timmermeister als Alternative für die Abwehr zurück. Im Tausch für Appelgren kommt Schlussmann Mike Jensen aus Veszprém zu den Löwen.

Mannheim

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Der schwedische Handball-Torwart Mikael Appelgren verlässt nach zehn Jahren die Rhein-Neckar Löwen. Dafür wechselt der dänische Keeper Mike Jensen aus Veszprém nach Mannheim.

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Darüber hinaus planen die Löwen auch schon für die Saison 2026/27. Wie der Verein am Dienstag (15.07.) mitteilte, wird der 29 Jahre alte Rückraumspieler Jacob Lassen vom Ligakonkurrenten HSV Hamburg zu den Löwen wechseln. Der beste Vorlagengeber der abgelaufenen HBL-Saison hat einen ab 2026 für zwei Jahre gültigen Vertrag bei den Mannheimern unterschrieben.

Gensheimer schlägt ruhigere Töne an

Keine Frage: Das komplett umgekrempelte Team wird Zeit benötigen, um sich zu finden. Andererseits ist es stets der grundsätzliche Anspruch des zweifachen Meisters und Pokalsiegers, in einem internationalen Wettbewerb vertreten zu sein. Das betonen die Mannheimer immer wieder. Angesichts des großen Personalwechsels geht Gensheimer das Thema diesmal aber lieber ein wenig defensiver an: "Wir wollen ein Herausforderer für die Mannschaften sein, die sich in der vergangenen Saison für den Europapokal qualifiziert haben."

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Sophie Salmen

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