Schach-Weltklasse

Schach-Ass Vincent Keymer siegt bei den Chess Open in Karlsruhe

Vincent Keymer hat bei den Chess Open in Karlsruhe gewonnen und selbst Weltmeister Magnus Carlsen hinter sich gelassen. Auf Platz zwei landete sein Vereinskollege vom OSG Baden-Baden.

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Konzentration, Strategie und mentale Stärke - wer beim Schach erfolgreich sein will, braucht ein unglaubliches Gedächtnis. Vincent Keymer hat beim Freestyle-Turnier der Chess Open in Karlsruhe mal wieder seine Extraklasse gezeigt. Nach einem Remis im letzten Spiel gegen Maxime Vachier-Lagrave war dem Großmeister aus Saulheim bei Mainz der erste Platz nicht mehr zu nehmen. Zwar holte er wie sein Vereinskollege von der OSG Baden-Baden sechs Siege und drei Remis, weil er jedoch in einer Nebenwertung (Buchholz) vor dem Franzosen lag, war ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen.

Es war bereits das zweite Mal, dass Keymer das Turnier in der Schwarzwaldhalle gewinnen konnte. Das gelang ihm bereits vor acht Jahren. Damals war er gerade einmal 13 Jahre und avancierte seither zum jüngsten deutschen Großmeister. Durch den Erfolg hat sich der 21-Jährige für die Freestyle-WM im kommenden Jahr qualifiziert. Dort wird auch Superstar Magnus Carlsen an den Start gehen. Der Titelverteidiger, der im Februar die Freestyle-WM für sich entscheiden konnte, beendete die Chess Open auf Platz drei.

3.500 Schachbegeisterte bei den Chess Open in Karlsruhe

In Karlsruhe spielen die Stars im Freestyle-Modus. Dabei starten die Spieler mit zufällig ausgelosten Positionen. Weder Profis noch Amateure können sich darauf vorbereiten. Vincent Keymer ist begeistert: "Es ist schon ein besonderer Ort für mich, es wird immer größer und noch größer. Alles ist vereint, sämtliche Spielstärken, Zuschauer und Fans. Das ist eigentlich einmalig im Schach." Der Norweger Magnus Carlsen, von 2013 bis 2023 Weltmeister, ist hingegen etwas zwiegespalten: "Es ist schon chaotisch, es sind hier eine Menge Leute. Es ist ein wirklich gutes Turnier, aber für uns Schachspieler ist es nicht einfach, weil wir uns bei so vielen Leuten nicht so frei bewegen können."

Egal ob jung oder alt, ob Großmeister oder Amateur, insgesamt nahmen mehr als 3.500 Schachbegeisterte in Karlsruhe teil. Das ist ein neuer Rekord. Seit der Corona-Zeit boomt der Schachsport. Amateurspieler Norman Rohr war angetan: "Es ist schon sehr beeindruckend, und es zeigt einem auch seine eigenen Grenzen auf. Respekt für die Leute, die das organisiert und aufgebaut haben über die Jahre."

Turnierdirektor denkt schon an Chess Open 2027

Die Organisation war auch in diesem Jahr ein Kraftakt. Ohne die vielen Helfer wäre die Durchführung eines solchen Events unmöglich. Turnierdirektor Sven Noppes sagte: "Wir arbeiten hier mit so vielen Ehrenamtlichen, die über Jahrzehnte zusammengefunden haben. Es ist Wahnsinn. Im Prinzip beginnt in der Woche nach dem Turnier die Vorbereitung fürs nächste."

Karlsruhe

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