ARD-Doku "Fly"

"Einfach Betrug": Als der Anzugskandal das Skispringen erschütterte

Der Anzugskandal von Trondheim hatte das internationale Skispringen 2025 hart getroffen. Die ARD-Doku "Fly" beschäftigt sich mit den Folgen des Betrugs des norwegischen Teams.

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Stand

Von Autor/in Patrick Stricker

"Das hat nichts mit Grauzonen zu tun, das ist einfach Betrug – von der ersten Idee bis zur Umsetzung." (Andreas Wellinger, Skispringer)

"Die Skisprungfamilie hat gute Werte. Ich konnte nicht glauben, dass jemand wirklich alles für eine Medaille tun würde." (Sandro Pertile, FIS-Renndirektor)

"Es war eine Angst spürbar: Was macht dieser Skandal jetzt mit dieser Sportart?" (Lea Wagner, Sportschau-Moderatorin)

Drei teils drastische Aussagen, die alle eins gemeinsam haben: Ohne die Ereignisse vom 8. März 2025 wären sie so in dieser Form nie gefallen. In die Geschichtsbücher des internationalen Skisprungsports ging jener Samstag als Tag des Anzugskandals ein. Die Auswirkungen und vor allem die Erschütterung über das Geschehene sind bis heute spürbar.

Der große Knall bei der Nordischen Ski-WM in Trondheim

Bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im norwegischen Trondheim lief der vorletzte Wettkampftag, als die Skisprung-Wettbewerbe im Granåsen skisenter mit einem großen Knall zu Ende gingen. Kurz nach dem Springen von der Großschanze wurden die Norweger Marius Lindvik und Johann André Forfang disqualifiziert, seine gerade eben gewonnene Silbermedaille war Lindvik dadurch schnell wieder los. Doch bereits Stunden vorher hatte sich dieses Drama angebahnt.

In der ARD-Mediathek "Fly - Skispringen hautnah": ARD-Doku über eine Saison voller Höhen und Tiefen

Es ist der härteste Winter, den das internationale Skispringen je erlebt hat - und mit der ARD-Doku "Fly" sind Fans noch einmal hautnah dabei.

Denn: Unmittelbar vor dem Wettkampf war im Netz ein offenkundig heimlich gedrehtes Video aufgetaucht, das Betreuer des norwegischen Teams um den damaligen Cheftrainer Magnus Brevig beim Bearbeiten und Umnähen von Sprunganzügen zeigte. Der Verdacht der Manipulation erhärtete sich schnell, da die Anzüge augenscheinlich bereits mit den elektronischen Chips für die Materialkontrolle durch den Weltverband FIS versehen waren.

Andreas Wellinger: "Schwarzer Tag für unseren Sport"

Der Wettkampf wurde trotz eingelegter Proteste durchgezogen, was für viele Experten, Beobachter und vor allem Fans einer Farce gleichkam. "Ein sehr, sehr schwarzer Tag für unseren Sport", blickt Deutschlands Top-Springer Andreas Wellinger heute zurück: "Was da aufgeflogen ist, das sind Dimensionen, die gab's, glaube ich, im Skispringen so noch nicht."

Wie kann es zu einem solchen Betrug und zu derartigen Manipulationen kommen? Was könnte Menschen in Norwegen – dem Mutterland des nordischen Skisports – zu einem solchen Vorgehen veranlasst haben? Wie genau wurden die Anzüge bearbeitet? Warum muss ein simples Messer dabei helfen, den Skandal aufzudecken? Was sagen Athleten anderer Nationen? Und vor allem: Was kann, was muss der Skisprungsport seit dem 8. März lernen und verbessern?

ARD-Doku "Fly – Skispringen hautnah" Vierschanzentournee: Ein Mit- und Gegeneinander zwischen Deutschland und Österreich

Im Skispringen ist die Vierschanzentournee das wichtigste Event der gesamten Saison. Die ARD-Doku "Fly" blickt auf die Rivalität der Tourneepartner Deutschland und Österreich.

ARD-Doku "Fly" in der Mediathek

Genau diesen Fragen geht die vom SWR produzierte ARD-Doku "Fly – Skispringen hautnah" intensiv nach. In der mehrteiligen Serie – abrufbar in der ARD-Mediathek – gibt es unzählige und exklusive Einblicke in die turbulente Vor-Olympia-Saison 2024/25. Die Autorinnen und Autoren waren während der WM in Trondheim vor Ort und haben den Anzugskandal in den Monaten danach umfassend aufgearbeitet.

Hier geht es zur Doku-Serie "Fly - Skispringen hautnah".

Im Mittelpunkt steht dabei auch die Rolle von Jakub Balcerski. Der Sportjournalist aus Polen berichtet seit mehreren Jahren über Skispringen und hatte maßgeblichen Anteil an der Veröffentlichung des Videos, mit dem am 8. März alles angefangen hatte.

Anzugskandal im Skispringen für die FIS abgehakt

Auch wenn die FIS den Fall nach dem Verhängen einiger Strafen gegen das norwegische Team mittlerweile als beendet betrachtet: Für Balcerski und auch für andere sind nach wie vor viele Fragen offen. Dass der Großschanzen-Wettbewerb der Männer der einzige gewesen sein soll, für den Norwegen während der WM Anzüge manipuliert hat – daran hatten bereits damals viele aus der Szene ihre Zweifel.

Sechs Tage vorher hatte das Springen von der Normalschanze stattgefunden. Wellinger gewann dabei Silber, Gold ging an Lindvik. Ein Ergebnis, das bis heute Bestand hat.

ARD-Doku "Fly" Frauen im Skispringen: Der lange Weg zur Schanzengleichheit

Aufmerksamkeit, Prämien, Vierschanzentournee: Skispringerinnen bekommen längst nicht das, was Skispringer bekommen. Die ARD-Doku "Fly" widmet sich diesem Thema ausführlich.

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Patrick Stricker
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