Laura Siegemund hat emotionale Kritik am Verhalten einiger Zuschauer beim Tennis-Turnier in Rom geübt und fordert Konsequenzen durch die Veranstalter. Die Störungen gingen über ständige Zwischenrufe hinaus, sagte Deutschlands aktuelle Nummer eins im Interview mit Sky: "Ich finde sowas beängstigend. Da kommt eine Gruppe völlig Gestörter, schreit rein, labert dich zu beim Change Over, die gehören runter von der Anlage."
Nicht nur während der Doppel-Partie von Siegemund und ihrer Partnerin Wera Swonarewa am Montag sei es zu Störungen gekommen. Bereits am Tag zuvor beim Einzel-Match der Deutschen gegen die frühere Weltranglistenerste Karolina Pliskova seien einige Zuschauer negativ aufgefallen, so Siegemund.
Drohungen nach mutmaßlich verlorenen Sportwetten
Siegemund vermutet hinter diesen Personen aktive Wettspieler, die um ihre Einsätze bangen und Einfluss auf die Matches nehmen wollen. "Es sind coole Fans hier, Kids, Leute, die die Spieler wirklich unterstützen", sagte Siegemund: "Und dann sind diese Idioten da, die wetten. Das geht über alle Grenzen hinweg, das hat nichts mehr mit Respekt zu tun. Das macht alles kaputt."
WTA-Turnier in Stuttgart Mit 38 Jahren gegen die Weltspitze: Laura Siegemund hofft auf "Show" in Stuttgart
Eisbeutel am Rücken, Kämpferherz auf dem Tennisplatz: Wie Laura Siegemund mit 38 Jahren gegen die Weltspitze antritt - aktuell beim WTA-Turnier in Stuttgart.
Ihr Freund und Trainer Antonio Zucca sei vor kurzem nach einem Match von einem solchen Zuschauer angegangen worden: "Der ist völlig ausgerastet, weil er fünf Euro verloren hat. Da muss ich mich fragen, was mit einem ist, der fünfhundert Euro verloren hat. Da kriege ich echt Angst", erklärte Siegemund.
"Bringe deine Familie um": Siegemund über zusätzlichen Online-Hass
Als Spielerin fühle sie sich dadurch unwohl, wenn sie sich auf der Anlage bewege, auf dem Weg zur Umkleide etwa. "Das sind die Leute, die dir auf Instagram schreiben: 'Ich bringe deine Familie um'", sagte die 38-Jährige, "das ist schockierend." Es sei zudem ein spezielles Problem bei diesem Event, "es ist immer nur in Rom so, auf anderen Turnieren nicht."
Siegemund war beim hochdotierten Sandplatzevent im Einzel in der dritten Runde ausgeschieden. Im Doppel erreichte sie mit der Russin Swonarewa das Achtelfinale. Nach dem knappen 7:5, 7:6-Sieg gegen die Japanerin Miyu Kato und die Slowenin Andreja Klepac machte Siegemund ihrem Ärger Luft.