Turnen

Koblenz, Grünstadt & Singen im Aufstiegsfinale der 2. Bundesliga

Zwei Teams steigen am kommenden Samstag in die höchste deutsche Kunst-Turn-Liga auf. Unter den Südwest-Vereinen befinden sich Top-Favoriten und das Überraschungsteam der Saison.

Teilen

Stand

Von Autor/in Emmanuel Chatzis

Seit mehr als 20 Jahren gibt es keine rheinland-pfälzische Mannschaft in der Kunst-Turn-Bundesliga. Am kommenden Samstag (6. Dezember) können das gleich zwei Teams ändern: Die TSG Grünstadt und die KTV Koblenz turnen beim Aufstiegsfinale in Oberhausen um den Einzug in die Bundesliga.

Hohe Erwartungen in Koblenz

Für die Koblenzer wäre ein Sieg im Duell gegen den TSV Unterhaching die Krönung einer erfolgreichen Saison mit dem Meistertitel in der 2. Bundesliga Nord und die Erfüllung des langersehnten Traums vom Aufstieg in die höchste deutsche Turnliga. Für das ausgerufene Ziel verstärkte die KTV ihren Kader mit Talenten wie Jugendnationalturner Nikita Prohorov und entwickelte sich auch abseits der Geräte weiter, erklärte Cheftrainer Ralf Schall im Interview mit SWR Sport: "Unser Vorstand ist weiter professionalisiert worden. Wir haben viel mehr Unterstützer als wir es vorher hatten und damit auch die Möglichkeiten geschaffen, den Weg zu gehen, den wir momentan einschlagen."

Ein erfolgreicher Weg, der auch die Erwartungshaltung in Koblenz verändert hat. Alles andere als ein Sieg gegen die Oberbayern wäre für Schall eine "kleine Enttäuschung". Koblenz ist der Favorit - sieben Siege aus sieben Wettkämpfen in dieser Saison sprechen für sich. Doch KTV-Turner Niklas Nithack meint: "Das macht alles nichts aus, wenn es am Wochenende nicht klappen sollte."

Grünstadt träumt vom "siebten Weltwunder"

Mit einer völlig anderen Einstellung geht der zweite rheinland-pfälzische Finalteilnehmer aus Grünstadt (Kreis Bad Dürkheim) in das "Highlight" am Wochenende, wie Manager Steffen Fröhlich den Wettkampf gegen den Meister der Südstaffel, den StTV Singen, beschreibt. "Wir hatten nie das Ziel, aufzusteigen", sagte Fröhlich, "aber wir sagen natürlich nicht nein, wenn es heißt 'kommt mal zum Aufstiegsfinale und präsentiert euch.'"

Für die Kleinstadt im Leiningerland würde der Aufstieg in die Bundesliga "an ein siebtes Weltwunder grenzen", sagt TSG-Manager Fröhlich. Gegen die bisher ungeschlagenen Turner aus Singen sieht er seine Mannschaft zwar als Underdog, "aber es ist wie im Fußball: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze und im Turnen kann ganz viel passieren"

StTV Singen hofft auf den nächsten Aufstieg

Die Singener Favoritenrolle will deren sportlicher Leiter Tim Leitenmair nicht abweisen: "Allein wegen unserer Geschichte sind wir wahrscheinlich schon kleiner Favorit." Der Stadt-Turnverein war von 2019 bis 2023 in der Bundesliga und verpasste in der vergangenen Saison den Wiederaufstieg im Finale gegen den MTV Ludwigsburg.

Dieses Jahr möchte Leitenmair die Rückkehr in die erste Liga perfekt machen. Der 32-Jährige sieht das Finale gegen das Überraschungsteam aus Grünstadt aufgrund seines Alters, "als vielleicht letzte Chance für mich, noch einmal aufzusteigen" und erwartet "ein spannendes Duell mit ebenbürtigen Mannschaften."

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Emmanuel Chatzis
Ein Film von
David Luding