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Träume – Wirre Bilder oder Botschaften der Seele?

Manche werden von Monstern verfolgt, andere fliegen aus dem Fenster los - wir alle haben nachts Träume. Was bedeuten sie und wie können sie uns nützen?

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Jeder Mensch träumt, und zwar jede Nacht, sagt der Traumforscher Professor Michael Schredl. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Schlaflabors am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. Zwar können wir uns unterschiedlich gut an unsere Träume erinnern. Aber das könne man trainieren. Er selbst schreibt seine Träume seit über 40 Jahren auf. Aus Träumen könne man nämlich viel lernen, so Schredl. Wenn man im Traum etwas erlebe und da zum Beispiel etwas schief gehe, könne man sich - genauso wie im Wachzustand - fragen: Was kann ich daraus für eine Lehre ziehen und nächstes mal besser machen?

Wiederkehrende Träume wollen uns etwas sagen

Träume, insbesondere wiederkehrende Träume, stehen Michael Schredl zufolge für Themen, die uns wichtig sind und die uns im Alltag beschäftigen. Ein Klassiker sei der Verfolgungstraum: "Da hat man hat Angst und läuft weg. Das kann man als Vermeidungsverhalten bezeichnen", erklärt der Traumforscher. Wer immer wieder von Verfolgung träume, könne versuchen, im Wachzustand bestimmte Situationen nicht mehr zu vermeiden, sondern sich damit zu konfrontieren. Dann könne dieser wiederkehrende Traum verschwinden.

Mann in einem Schlaflabor
Ein Mann wird in einem Schlaflabor untersucht

Schredl zufolge gibt es neben dem Verfolgungstraum noch vier weitere Themen, von denen viele Menschen immer wiederkehrend träumen: zu fallen, zu spät zu kommen, dass nahestehende Menschen sterben und gelähmt zu sein. Traumdeutungsseiten im Netz oder die Traumsymboldeutung nach Sigmund Freud findet der Wissenschaftler wenig zielführend, sagte er im Interview mit SWR1 Sonntagmorgen. Er rät stattdessen zu überlegen, welche Verhaltensmuster hinter den Ängsten oder Problemen im Traum stecken und diese dann zu bearbeiten.

Umgang mit Albträumen

Wer unter Albträumen leidet, kann Hilfe in der Albtraum-Sprechstunde für Erwachsene am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim suchen, so Michael Schredl. Dort werde eine Methode angewandt, die man sogar auch allein ausprobieren könne: Man stellt sich den Traum im Wachzustand nochmal vor und malt sich aus, wie man die Situation aktiv bewältigt. Man läuft also nicht weg, sondern schaut der Bedrohung ins Auge und stellt sich beispielsweise vor, wie Helfer einen unterstützen. Wenn man das regelmäßig übe, griffen die Träume dieses Verhalten auf und die Albträume würden weniger.

Josef der Träumer

Schon in der Bibel spielen Träume eine Rolle, und zwar im Zusammenhang mit Josef, dem Vater von Jesus. Ohne den Zimmermann aus Nazareth wäre die Geschichte Jesu wahrscheinlich ganz anders verlaufen. Denn Josef vertraut auf seine Träume und durch diese erhält er immer wieder Botschaften, die dem Wohl der Heiligen Familie dienen. Zu Beginn teilt ihm ein Engel im Traum mit, er möge Maria, seiner Verlobten, beistehen, denn ihre Schwangerschaft käme vom Heiligen Geist. Zudem solle er das Kind Jesus nennen und als seinen Sohn annehmen - was er auch macht.

Im Laufe der Zeit empfängt Josef im Traum weitere Botschaften: Er soll mit Maria und Jesus nach Ägypten fliehen, später soll er von Ägypten zurück nach Israel ziehen und mit seiner Familie in die Stadt Galiläa gehen. All diese Traum-Befehle nimmt Josef ernst - und rettet seinem Sohn Jesus damit vermutlich mehrfach das Leben. Es scheint sich also zu lohnen, ein wenig auf die eigenen Träume zu achten. Laut Bibel jedenfalls können sie wichtige Einsichten, Warnungen und Trost vermitteln. Und sie können eine Verbindung zu Gott sein.

Schlafender Hund

Wenn Hunde im Schlaf rennen

Träumen können anscheinend nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, zum Beispiel Hunde. Viele Hundebesitzer sehen das am Verhalten ihrer Vierbeiner: Ihr Liebling rennt im Schlaf, quietscht, bellt und knurrt oder macht das Maul auf und trinkt im Traum. Wie Menschen sollen auch Hunde mehrere Schlafphasen durchlaufen, mit einer Tiefschlaf- und einer Traumphase, erklärt Tierärztin Alexandra Knipf aus Walddorfhäslach bei Reutlingen. Und verarbeiten im Traum vermutlich ihre Alltagserlebnisse. Ob Hunde aber tatsächlich träumen, könnten sie uns nur selbst erzählen.

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Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Leonore Kratz
SWR-Redakteurin Leonore Kratz
Redakteur/in
Ulrich Pick