AfD-Chefin Alice Weidel im Interview der Woche:

Auch in der AfD gibt es Potenzial, verbal abzurüsten

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Von Autor/in Lissy Kaufmann ARD-Hauptstadtkorrespondentin

Sie beschreibt sich selbst als sensibel, teilt im ARD Interview der Woche aber trotzdem aus – etwa wenn es um den Verfassungsschutz und die Demonstrationen vor der Gründungsveranstaltung der neuen Jugendgruppe in Gießen geht: AfD-Chefin Alice Weidel über die Wahlen im Osten, Frauen in der AfD und Tino Chrupalla als Friedensvermittler im Ukraine-Krieg.

Wie könnte man die Co-Parteichefin der AfD- Alice Weidel, am besten beschreiben? Sie selbst tut das im ARD Interview der Woche mit dem Wörtchen "sensibel". Und das, obwohl sie im restlichen Gespräch ordentlich austeilt: Sie beschimpft den Verfassungsschutz als "Vehikel zur Konkurrenzbeseitigung". Die Demonstranten bei der Gründungsveranstaltung der Jugendgruppe der AfD vergleicht sie mit Schlägertruppen im Dritten Reich – um im selben Atemzug zu behaupten "wir brüllen andere nicht an als Nazi und Faschist."

Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD
Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD

Auf die Frage, ob nicht auch in der AfD Potenzial besteht, verbal abzurüsten, sagt Weidel nach kurzem Zögern: "Sicherlich gäbe es Potenzial". Sie gibt zu, dass beide Seiten sich daran beteiligen müssten, die gesellschaftlichen Gräben nicht tiefer zu graben, als es sein müsste. Im Interview selbst will Weidel dabei aber nicht mitmachen.

Darum sieht sie auch kein Problem darin, dass der Vorsitzende der neuen Jugendorganisation "Generation Deutschland", Jean-Pascal Hohm, vom Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextrem" eingestuft wird. Und dass der Kandidat Alexander Eichwald, ein junger Mann mit blauem Dinner-Sakko und rollendem "R", das viele an Adolf Hitler erinnert hat, 12 Prozent der Stimmen bekommen hat? "So what", findet Weidel. "Da können Sie mal sehen, wie lustig unsere Partei ist und die neue Jugendorganisation." Eichwald wirft sie vor, ein "Grüner" zu sein.

Probleme sieht Weidel allerdings noch mit Blick auf den Frauenanteil in der Partei. Das Problem sei die Angst bei vielen Frauen. „Die haben Schiss, dass die Antifa vor der Tür steht.“ Ein neues Mentoring-Programm soll jetzt helfen.

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