Neue Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung

Kramp-Karrenbauer: Erster Schritt zurück auf die politische Bühne?

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Von Autor/in Bianca Schwarz

Annegret Kramp-Karrenbauer war CDU-Chefin, Verteidigungsministerin. 2021 zog sie sich zurück, nun wird sie Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ein Comeback?

Annegret Kramp-Karrenbauer, kurz AKK, war schon vieles: Ministerpräsidentin des Saarlandes, CDU-Vorsitzende unter Angela Merkel, Bundesverteidigungsministerin. Doch 2021 ist sie freiwillig von der politischen Bühne abgetreten. Anstatt ihr Bundestagsmandat wahrzunehmen, hat sie sich ins Saarland zurückgezogen.

Familienfeiern statt Koalitionsausschüsse, mit dem Wohnmobil verreisen statt mit dem Regierungsflieger. Nun hat sie sich eine kleine politische Bühne zurückerobert: Kurz vor Weihnachten ist AKK zur neuen Vorsitzenden der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung gewählt worden. Den Kandidaten, den Bundeskanzler Merz vorgeschlagen hatte, hat sie dabei hinter sich gelassen. Von "Kampfabstimmung" war die Rede, aber hat AKK das auch selbst so empfunden?

Der Sieg von AKK eine Niederlage für Merz?

Der Vorgang hatte kurz vor Weihnachten für viel Aufsehen gesorgt. Zum ersten Mal standen zwei Kandidaten zur Wahl für den Vorsitz der CDU-nahen, aber unabhängigen Konrad-Adenauer-Stiftung. Annegret Kramp-Karrenbauer ist dort seit Jahren als Vorstandsmitglied aktiv und wurde von einer Vorstandskollegin für das Amt vorgeschlagen.

Der zweite Kandidat, Günter Krings, seit über 20 Jahren als Abgeordneter für die CDU im Bundestag, war der Wunschkandidat von Bundeskanzler Friedrich Merz. Eine Mitgliederversammlung wählte AKK mit eindeutigem Ergebnis zur neuen KAS-Vorsitzenden. Sofort wurden Zweifel an Merz' Durchsetzungsfähigkeit innerhalb der CDU laut.

"So funktioniert ein demokratischer Prozess"

Aus Sicht von AKK ist diese Wahl schlicht ein gutes Beispiel für einen demokratischen Prozess. Auch Angela Merkel habe sich vor einigen Jahren mit ihrer Wunschkandidatin Annette Schavan nicht durchsetzen können, meint sie. Der Unterschied liege darin, dass Schavan schon im Vorfeld zurückzog, als sie merkte, dass es eng für sie wird. Somit sei es damals gar nicht erst zur "Kampfabstimmung" gekommen.

Die Mitgliederversammlung hingegen sei zufrieden darüber gewesen, zwei Kandidaten gegeneinander abwägen zu können, erzählt AKK. Bundeskanzler Merz hatte sich ähnlich geäußert und nach der Wahl Kramp-Karrenbauers bemerkt, dass man in Deutschland in einer Demokratie lebe, nicht in einer Diktatur.

Mehr Bildung, mehr Sicherheit

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist ein CDU-naher, aber unabhängiger Thinktank mit Einfluss. AKK verwaltet nun einen Etat von rund 230 Millionen Euro, 1400 Mitarbeitende und 111 Auslandsbüros. Nicht ohne Grund wird die KAS auch "das kleine Außenministerium" genannt. Aus Sicht von Kramp-Karrenbauer die derzeit wichtigsten Themen: Westbindung, transatlantische Partnerschaft, Bewahrung demokratischer Werte.

Für Demokratieförderung auf dem Land würde sich die KAS schon längst niedrigschwellig einsetzen, das Angebot müsse ausgeweitet werden, sagt sie. Und auch die Sicherheitsfragen lassen die ehemalige Bundesverteidigungsministerin nicht los. Die weltpolitische Lage habe sich innerhalb kürzester Zeit verändert.

Kommt auch ein politisches Comeback?

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist zweifellos bedeutsam – aber als Vorsitzende wird AKK nur selten im Rampenlicht agieren. Ist der Vorsitz trotzdem ein erster Schritt zurück in Richtung der großen politischen Bühne? Nein, winkt sie ab. Im Gegenteil. Als durch und durch politischer Mensch freue sie sich, in diesem Rahmen wieder politisch wirken zu können, ohne ins große operative Geschäft zurückkehren zu müssen. Für diese Aufgabe zum Ende ihrer Karriere hin sei sie dankbar.

Annegret Kramp-Karrenbauer ist 63 Jahre alt und hat während ihrer Auszeit auch andere Leidenschaften für sich entdeckt: Reisen mit dem Wohnmobil. Oder Marmelade kochen. Beides wird sich wohl mit dem KAS-Vorsitz vereinbaren lassen.

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