FDP-Chef Christian Dürr über den geplanten Wiederaufstieg

"Die FDP brennt vor Ideen"

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Von Autor/in Lissy Kaufmann

Im Superwahljahr 2026 kämpft die FDP ums politische Überleben. Im ARD Interview der Woche erklärt Parteichef Christian Dürr, warum die Landtagswahl in Baden-Württemberg die erste wichtige Hürde ist, wie oft er noch mit Christian Lindner telefoniert – und wo die FDP plötzlich nach einem starken Staat ruft.

Gibt es die FDP eigentlich noch? Eine Frage, die sich seit der Bundestagswahl 2025 so manche stellen. Zumindest FDP-Chef Christian Dürr ist noch da – und will seine Partei im Superwahljahr 2026 wieder aufsteigen sehen. Erste Hürde: Die Landtagswahl am 8. März in Baden-Württemberg. Das einzige Bundesland, in dem die FDP in diesem Jahr Chancen für einen Wiedereinzug in den Landtag hat. "Es ist ja unser liberales Stammland und es ist die erste Wahl für uns beim Wiederaufstieg der Freien Demokraten auch auf Bundesebene."

Der Helm brennt

Die FDP in der Krise? Christian Dürr sieht das anders: "Die FDP hat sich erneuert. Das Jahr 2025 war geprägt davon, dass wir uns selbst hinterfragt haben." Und: erneuert. Plötzlich rufen auch die Freien Demokraten nach einem starken Staat. Und zwar dann, wenn es um Bildung geht. "Der Staat muss sich ändern. Er muss schwach sein bei Bürokratie, aber er muss stark sein bei Bildung", fordert Dürr. "Es kann nicht sein, dass wir ein Land sind, dass für Grundschulen so viel Geld ausgibt, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, wie Bulgarien. Also da brennt mir der Helm, hätte ich fast gesagt. Das geht doch nicht. Das kann doch nicht wahr sein. Und das will ich ändern."

Telefonieren mit Christian Lindner

Ansonsten aber setzt Christian Dürr auf weniger Staat, will Bürokratie abbauen, Gesetze auslaufen lassen und die Wirtschaft stärken. Themen, die auch sein Vorgänger Christian Lindner schon gesetzt hat – mit dem Dürr weiterhin freundschaftlich verbunden sei, wie er sagt. "Wir telefonieren auch mal." Kluge Ratschläge von der Seitenlinie bekomme er aber nicht. "Er lässt mich meine Sache machen."

Dürrs Sache: Ein wirtschaftsliberaler Kurs. Hat sich die Partei vom bürgerrechtsliberalen Flügel verabschiedet? Nein, sagt der Parteichef. Allerdings habe man international beim Thema Menschenrechte nur dann Gewicht, wenn es auch wirtschaftlich gut laufe, ist Dürr überzeugt: "Wenn wir als Beispiel für einen Staat gelten, der nicht mehr funktioniert, wo die Bahn nicht läuft, wo in Berlin der Strom ausfällt und nicht schnell repariert werden kann und wo man gleichzeitig wirtschaftlich auf dem absteigenden Ast ist, dann wird uns international keiner zuhören. Das merken wir doch gerade."

Christian Dürr und Lissy Kaufmann sitzen in einem Tonstudio an einem Tisch mit Mikrofonen und Rechnern und schauen in die Kamera
FDP-Chef Christian Dürr und ARD-Korrespondentin Lissy Kaufmann vor dem Interview im Studio

Lachen über eigene Fehler

Die FDP will also bald wieder auf der politischen Bühne mitspielen – und die Dinge verändern. Parteichef Dürr geht mit Optimismus an die Aufgabe ran – und mit Humor. "Eine Partei wie die FDP, die darf sich selbst auch mal mit Humor auf die Schippe nehmen", sagt er. "Ich glaube, die Menschen müssen merken, dass wir auch Menschen sind. Wir lachen auch mal über uns selbst, auch über eigene Fehler. Diese Lockerheit finde ich, die muss zurück in die deutsche Politik."

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Lissy Kaufmann

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