Artemis 2: Einmal um den Mond und zurück

Zum ersten Mal seit 50 Jahren sind wieder Menschen auf dem Weg zum Mond. Die Mission der US-Raumfahrtbehörde NASA heißt Artemis 2. Darüber spricht SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer mit der Astrophysikerin Suzanna Randall. Sie arbeitet bei der europäischen Südsternwarte und hat bei der privat finanzierten Initiative „Die Astronautin“ selbst Raumfahrttraining absolviert.

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Stand

Um 0 Uhr 35 deutscher Zeit hob die Rakete mit dem Orion-Raumschiff von der Startrampe in Cape Canaveral ab. Drei Astronauten und eine Astronautin sind an Bord. Zehn Tage sollen sie im All sein und den Mond dabei umrunden. Die Mission soll den Weg für spätere Landungen auf der Oberfläche ebnen.

Der Start war großartig

"Ich habe mich gar nicht so sehr drauf gefreut, weil ich dachte, es kommt eh wieder was dazwischen", sagt Randall. Zuvor war der Start, der Artemis-Mission mehrfach wegen technischer Probleme verschoben worden. "Den Start dann aber mitzuerleben, war ein grandioses Gefühl. Dieser erste Meilenstein wurde ohne größere Probleme gemeistert, und jetzt sind sie unterwegs zum Mond."

Noch ist das Raumschiff nicht weit gekommen

"Im Augenblick befindet sich die Kapsel noch im Erdorbit. Da gäbe es noch eine Möglichkeit zurückzukehren, falls es technische Probleme geben sollte. Bisher sieht es aber nicht danach aus. Es wurde bereits die zweite Oberstufe abgetrennt, das war auch nochmal ein wichtiges Etappenziel." Der Plan sei, dass heute Abend, nach deutscher Zeit, das Orion-Service-Modul die Triebwerkszündung vornehmen werde. "Damit werden die Astronauten in Richtung Mond katapultiert. Dann gibt es kein Zurück mehr."

Der gefährlichste Moment ist die Rückkehr

Bei Artemis 1 habe es vor vier Jahren beim Wiedereintritt in die Atmosphäre Probleme mit dem Hitzeschild gegeben. "Das wird auch bei dieser Mission der kritischste Punkt sein. Da werde ich wahrscheinlich mit mehr Spannung zuschauen als heute Nacht beim Start." Sie habe aber Vertrauen in die NASA, sagt Randall. Es habe genug Zeit gegeben, die Fehler vom letzten Mal zu untersuchen.

Es werden wichtige Untersuchungen für zukünftige Missionen gemacht

"Die Internationale Raumstation ISS wird ja vor Strahlung geschützt. Die Besonderheit von Artemis 2 ist, dass das Raumschiff um den Mond herumfliegt - 400.000 Kilometer von der Erde entfernt. Da ist es der Strahlung komplett ausgesetzt. Deswegen sind auch bestimmte Experimente mit an Bord, die unter anderem die Stammzellen der Astronauten testen." Um einen Vergleich zu haben, wurden Kontroll-Stammzellen auf der Erde eingelagert. "Das ist absolut kritisch für weitere Missionen zum Mond. Vor allem, wenn Menschen längere Zeit dortbleiben sollen oder natürlich, wenn wir zum Mars fliegen wollen."

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