Waffen kategorisch abzulehnen, das war in den 80ern einfacher als heute, meint die Bischöfin und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands, Kirsten Fehrs. In der neuen Friedensdenkschrift der EKD geht es unter anderem darum, dass es oft keine einfachen Antworten mehr gibt, dass man lernen muss, Gleichzeitigkeiten auszuhalten. Was macht das mit dem christlichen Selbstverständnis, was mit den Gemeinden? Eine neue Haltung zu Waffen zu finden, habe nicht nur sie als überzeugte Anhängerin der evangelischen Friedensethik zerrissen, meint die Bischöfin.
Seelsorge beliebt und bekannt
Die EKD hat beim Meinungsforschungsinstitut Civey eine repräsentative Umfrage zu ihrer Seelsorge in Auftrag gegeben. Dazu gehören beispielweise die Notfallseelsorge, die in Deutschland 80-mal pro Tag zum Einsatz kommt, oder die Telefonseelsorge. Aus der Umfrage geht hervor, dass rund 70% der Menschen in Deutschland die Seelsorgeangebote kennen und auch wissen, dass das Hilfsangebote für alle sind, unabhängig vom eigenen Glauben oder einer Kirchenmitgliedschaft.
In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen die Seelsorge der Evangelischen Kirche in Anspruch genommen. Gleichzeitig zahlt das aber nicht auf die Mitgliedszahlen der EKD ein. Das Seelsorgeangebot holt die Menschen also nicht zurück in die Gemeinden. Dennoch sei die evangelische Kirche mit rund 17 Millionen Gläubigen immer noch eine starke Kraft, die man als Solidargemeinschaft in Deutschland dringend brauche, so Bischöfin Fehrs.
"Hoffnungstrotz" zu Ostern
Die multiplen Krisen der Welt und die scharfen politischen Diskussionen würden Menschen immer stärker belasten. Aber die Osterbotschaft sei eine positive: Die Gewalt, die Christus ans Kreuz gebracht hat, habe nicht gesiegt, er sei auferstanden. Und diesen "Hoffnungstrotz" wünscht Bischöfin Kirsten Fehrs den Menschen in Deutschland zum Osterfest.
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