"Wir werden in der Zukunft Autofahren und fliegen und dabei die CO2-Konzentration in unserer Atmosphäre reduzieren", sagt Frank Obrist. Das gehe natürlich nicht mit fossilen Brennstoffen. Diese müssten ersetzt werden durch ein spezielles sub-zero-Methanol, das bei der Herstellung mehr CO2 aus der Atmosphäre entnommen habe als es bei der Verbrennung ausstoße. Das überschüssige CO2 würde dann in Kohlenstoff abgespalten.
Ein futuristisches Auto ist dafür nicht nötig
Für die Fahrt habe man ein Tesla Modell Y genommen und umgebaut, erzählt Frank Obrist. Dazu habe man lediglich die große Batterie ausgebaut und dafür einen Motor eingebaut, der sich mit Methanol betreiben lasse. Langfristig gehe es ihm darum, zu zeigen, dass es möglich sei auf Erdöl, Gas und Kohle zu verzichten - und das auch noch profitabel. Dabei könne man zusätzlich die Altlasten, die die Menschheit in der Atmosphäre hinterlassen habe, wieder abbauen.
Woher kommt das Methanol?
An Tankstellen werde es heute noch nicht verkauft, aber Methanol sei neben Benzin und Diesel die Flüssigkeit, die weltweit am meisten gehandelt werde – meist für chemische Prozesse, meint Frank Obrist. Er habe nach einem perfekten Ersatz für Erdöl und Kohle gesucht, und den hätten er und sein Team mit diesem speziellen sub-zero-Methanol gefunden.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Über die vergangenen 137 Jahre habe die Menschheit eine unglaubliche Infrastruktur aufgebaut. Das könne man nun nicht einfach alles in die Mülltonne werfen, findet Frank Obrist. Man müsse zunächst verstehen, dass Erdöl, Gas und Kohle das Problem seien, nicht das Auto. „Wir zeigen mit unserem Auto, dass man klimapositiv fahren kann“, sagt er. Darauf sei man stolz. Es gebe auch einen Notar, der das Ganze dokumentiere. Auch der Bürgermeister von Mannheim habe großes Interesse gezeigt. Darüber hinaus seien mehrere Professoren anwesend. Die dokumentierte Fahrt soll dann auch beim Guinnes Buch der Rekorde angemeldet werden. Der Gradmesser des Erfolgs sei, der Industrie und Investoren zu zeigen, dass man nicht nur klimaneutral, sondern tatsächlich klimapositiv Auto fahren könne.