Tja – da isses wieder: Mörikes berühmtes „blaues Band“, der Frühling! Gerade noch gebibbert und das neblig-kalte Einheitsgrau da draußen verflucht – und zack! 20 Grad. Blauer Himmel, Sonne! Dass trotzdem immer noch Februar ist – wer wird so kleinlich sein?!
Kaum zeigt sich die Sonne länger als 60 Sekunden am Stück, brechen die alten Frühlings-Reflexe durch. Raus in die Sonne, und sei’s nur für ein paar Augenblicke – bis man bemerkt, dass man vielleicht doch besser die Jacke mitgenommen hätte. Und außerdem Antihistamintabletten und Cortisonspray und Taschentücher – Hurra! Hasel und Erle blühen schon!
Der Garten im Frühling: Diese 5 Arbeiten sollten Sie im März erledigen
Stauden schneiden, Obstbäume pflanzen, Kompost umsetzen: Hobbygärtner sollten jetzt aktiv werden, um den Garten für den Frühling schön zu machen. Diese Arbeiten sind im März wichtig.
Zeit, unbeschwert und unvernünftig zu sein! Zum Beispiel dank der Tipps, mit denen man jetzt überschüttet wird, für Frühlingsdiäten, Frühlingsmode, Frühlingsrezepte und – ach ja: die Pflanztipps für den Garten nicht zu vergessen. Nur so am Rande: die Badegewässer haben jetzt vier oder fünf Grad, die Bikinifigur hat also noch Zeit. Die bunten, luftigen Frühjahrsklamotten bieten aktuell gute Chancen auf mittelschwere Erfrierungen, das ach so knackige Frühlingsgemüse kommt zu hundert Prozent aus dem Mittelmeerraum oder aus dem Gewächshaus. Und die frisch angelegten üppigen Blütenträume zerschellen am nächsten Nachtfrost. Was soll‘s, pflanzt man halt im April nochmal.
Frühling und Sonne im Februar: Zu früh gefreut?
Auf allen Kanälen erklären Expertinnen und Experten jetzt den Bienenflug und den Vogelgesang und was es mit den Frühlingsgefühlen auf sich hat. Klar – die Bienen fliegen. Weil im Bienenstock aktuell blanke Hungersnot herrscht. Und die Vögel singen streng genommen nicht, sie schreien den ganzen Tag lang eine Mischung aus Kriegserklärung und Catcalling, also irgendwas zwischen „hau‘ ab, hier ist mein Revier!“ und „Lust auf Sex“? A propos, aber das mit den Frühlingsgefühlen wissen Sie vermutlich selbst…
Was noch? Ach ja: Die Cafés in den Innenstädten stellen die Tische raus. Dass der Cappuccino draußen im Februar bisweilen nur Sekunden warm bleibt und der Milchschaum nach 15 Uhr beim ersten kleinen Windstoß durchaus gefrieren kann – egal!
Nur zur Klarstellung: Ich bin auch kein Fan des Winters, und: ja, ich freue mich auch, wenn der Frühling kommt. Aber erstens fürchte ich, dass der Winter noch nicht vorbei ist – und zweitens: wenn doch, wäre das sogar noch bedenklicher. Denn so grau und usselig und kalt dieser Februar war, er könnte doch auch so warm werden wie seit 120 Jahren nicht mehr. Wärmerekord – mal wieder. Einer von inzwischen unzähligen.
Regen füllt die Böden Volle Wasserspeicher: Landwirte in Rheinhessen starten durch
Im Februar hat sich der Winter von seiner kalten und nassen Seite gezeigt. Viele sind genervt und wünschen sich mehr Sonne. Landwirte hingegen sind froh, dass es so viel geregnet hat.
„Klimaschutz muss Spaß machen“. Hat der CSU-Statthalter in Berlin, Hoffmann, dieser Tage gesagt, bei der Präsentation des neuen, jetzt angeblich VIEL besseren „Heizungsgesetzes“. Tja – könnten wir dann bitte endlich anfangen, uns zu amüsieren? Wenn dieser frühe Frühling ein weiterer Warnschuss ist – halten wir’s mit Mörike: „Frühling, ja, Du bist’s! Dich hab‘ ich vernommen!“