Hasel, Erle, Birke: Für Allergiker beginnt die Pollensaison

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Die Sonne scheint, die ersten Pflanzen blühen. Für Allergiker beginnt damit wieder die Zeit von Niesen, tränenden Augen und laufender Nase. Schon jetzt sind erste Pollen unterwegs. Der Arzt und Journalist Lothar Zimmermann sagt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer: "Aktuell fliegen vor allem Pollen von Hasel und Erle durch die Luft. Und schon bald kommt ein besonders starker Auslöser dazu: die Birke. Während sich alle über den Frühling freuen, haben Allergiker tatsächlich zu kämpfen", so Zimmermann.

Allergiesaison beginnt immer früher

Dass viele Betroffene ihre Symptome schon Mitte März spüren, ist kein Zufall. In den vergangenen Jahren habe die Heuschnupfensaison immer früher begonnen, erklärt Zimmermann. Ein Grund dafür sei der Klimawandel. Gleichzeitig könnten Luftverschmutzung und zusätzliche Belastungen, etwa durch Sahara-Staub, die Beschwerden verstärken. Hinzu kommt: Pollen werden durch Umweltfaktoren offenbar aggressiver.

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Wenn das Immunsystem überreagiert

Der Körper reagiert darauf mit einer übertriebenen Abwehrreaktion. "Unser Immunsystem hält etwas völlig Harmloses für einen Krankheitserreger und bekämpft es", so Zimmermann. Medizinisch handelt es sich dabei um eine Fehlprogrammierung des Immunsystems. Typische Folgen sind eine laufende Nase, Juckreiz im Hals, tränende Augen oder allgemeines Unwohlsein. In manchen Fällen können die Beschwerden sogar die Lunge betreffen und Asthma auslösen.

Medikamente helfen, aber nicht immer

Viele Betroffene greifen zu Antihistaminika-Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen. Doch die wirken nicht bei allen gleich gut. "Manchmal niest man das Nasenspray sofort wieder heraus oder die Augentropfen bleiben gar nicht richtig im Auge", sagt Zimmermann. Außerdem müssten manche Medikamente schon einige Tage vor dem Pollenflug eingenommen werden, um optimal zu wirken.

Hyposensibilisierung als langfristige Lösung

Wenn Medikamente nicht ausreichen, kann eine sogenannte Hyposensibilisierung helfen. Dabei wird der Körper über einen längeren Zeitraum immer wieder mit kleinen Mengen des Allergens konfrontiert. Diese Behandlung beginnt normalerweise im Herbst oder Winter, also außerhalb der Pollensaison, und dauert mehrere Jahre. Der Aufwand könne sich aber lohnen, sagt Zimmermann: "Wenn sie gut funktioniert, hat man hinterher Ruhe oder zumindest deutlich schwächere Symptome."

Erstmals publiziert am
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Das Interview führte
Andreas Fischer
Porträtfoto von Andreas Fischer
Onlinefassung
Moritz Braun
Moritz Braun steht vor dem Logo von SWR Aktuell