"Unsere Tiere kommen eigentlich sehr gut zurecht. Wir achten darauf, dass sie immer genug Trink- und Bademöglichkeiten haben. Die heißen Temperaturen sind bei uns sehr gut zu ertragen, weil unsere Anlage über einen alten Baumbestand verfügt, der viel Schatten spendet", erzählt Förg. Das sei deutlich angenehmer als zum Beispiel in der Innenstadt.
Manche Tiere kommen von Natur aus gut mit Hitze klar
Es komme sehr auf die Herkunft der Tiere an. "Wir haben Arten, die aus wärmeren und trockeneren Regionen kommen, die ertragen die Hitze natürlich besser. Ein gutes Beispiel dafür ist die ägyptische Landschildkröte. Die hält während besonders heißen und trockenen Sommerphasen einfach eine Ruhezeit und zieht sich zurück, um Energie zu sparen." Ganz anders die griechische Landschildkröte. Die halte eine Art Winterschlaf, erklärt Förg.
Lebensräume · Gefiederte Waldbewohner | Hintergrund: Stockwerkbau
Der Film vergleicht die Stockwerke eines Hauses mit den Ebenen des Waldes, in denen Tiere und Pflanzen je nach Anpassung leben. Für Biologie.
Vielen Tieren macht die heiße Zeit Probleme
"Schwierig ist es im Sommer für Tiere aus kühleren Klimazonen – dazu zählen auch europäische Arten. Wenn ich da an unsere einheimischen Steinkäuze denke, die mögen solche Temperaturen nicht so sehr. Sie sind aber trotzdem noch relativ tolerant", findet Förg. Hitze sei eine Extremsituation, die eigentlich kein Tier möge.
Man kann sich auf den Instinkt verlassen
"Tiere sorgen für ihr Überleben selbst, man muss ihnen nur die Möglichkeit dazu geben. Sie können sich zum Beispiel in temperierte Innenbereiche oder in den Schatten zurückzuziehen, wo es ein bisschen kühler ist. Sie gehen aber auch gerne mal baden, um sich abzukühlen." Dafür gebe es in fast jedem Gehege eine Bademöglichkeit.
Zwergotter entwickeln sich prächtig Otter-Babys begeistern die Region: Wann zeigt sich der niedliche Nachwuchs im Zoo Kaiserslautern?
Große Vorfreude im Zoo Kaiserslautern: Sechs flauschige Otter-Babys wachsen heran und stehen kurz vor ihrem ersten öffentlichen Auftritt.
Der Speiseplan wird nicht angepasst
"Viele denken beim Thema Essen im Sommer an riesige Eisbomben für Tiere. Die gibt es unter anderem für unsere Braunbären. Da werden Früchte oder Gemüse eingefroren und den Tieren gegeben. Das ist tatsächlich aber mehr eine Beschäftigung für sie, das machen wir unabhängig von der Hitze." Der Speiseplan bleibe im Winter und Sommer weitestgehend gleich, erklärt Förg.
Auch im Streichelzoo ändert sich nichts
"Unsere Tiere können selber entscheiden, ob sie gestreichelt werden wollen oder nicht. Es gibt ja auch im Streichelzoo Bereiche, wo Besucher nicht hindürfen – sogenannte Rückzugszonen für die Tiere. Nach meiner Erfahrung hat die Hitze darauf keinen Einfluss. Gerade die Ziegen kommen ja auch unter anderem in der Sahel-Zone in den trockensten und heißesten Gebieten vor, die haben damit keine Probleme."
Brauchen Tiere Sonnencreme?
"Selten. Wir haben Wildtiere, die sind nicht domestiziert. Da ist es in der Regel nicht notwendig, so für einen Sonnenschutz zu sorgen. Bei besonders lichtempfindlichen Tieren haben wir stattdessen ein Sonnensegel, das wir ausfahren können." Davon profitieren zum Beispiel Robben, die von starker Sonneneinstrahlung Augenprobleme bekommen können.
Hilfe für Vögel, Insekten und Eichhörnchen Wasserstellen für Wildtiere aufstellen – so geht's
Dass bei der Hitze nicht nur wir Menschen, sondern auch Haus- und Wildtiere leiden, ist jedem schnell klar. Doch wie hilft man Tieren in der freien Natur? Mit Wasserstellen!
Stressig wird es nur für die Mitarbeiter im Zoo
"Die Mitarbeiter haben bei so heißen Temperaturen eine ganz besondere Belastung. Die Arbeit bleibt dieselbe, ob es warm ist oder nicht. Die Aufgaben eines Tierpflegers sind schon körperlich anstrengend. Deshalb achten wir besonders auf ausreichende Pausen und Flüssigkeitszufuhr. Teilweise werden die Arbeitszeiten auch angepasst, so dass man morgens früher anfängt, wenn es noch nicht so heiß ist."