Die schiitische Hisbollah-Miliz ist mit dem Iran verbündet und wird vom Regime in Teheran finanziell und militärisch unterstützt. Trotzdem geht die Nahost-Expertin nicht davon aus, dass der Iran die Waffenruhe wegen der israelischen Angriffe auf Beirut beenden werde. "Ich denke nicht, dass Iran gewillt ist, alles nur wegen der Hisbollah aufzugeben." Allerdings habe das Mullah-Regime erkannt, dass es mit der Straße von Hormus ein Druckmittel in der Hand habe. "Das ist eine Stellschraube, an der Iran jetzt drehen kann. Den Wert hat er über die letzten Monate erkannt."
Es ist nicht so, dass sich der Iran der Hisbollah gleichermaßen verpflichtet fühlt, wie er sie für sich verpflichtet sieht.
Iran könnte Hisbollah-Miliz "für ein Abkommen opfern"
Auch wenn die Hisbollah mehr als vier Jahrzehnte die Speerspitze des Iran im Kampf gegen Israel war, könnte das Regime in Teheran bereit sein, die Miliz "für ein Abkommen zu opfern". Denn die Führung habe jetzt ihre eigenen Interessen im Blick. Voraussetzung sei jedoch, dass der Iran daran glaube, er könne mit den USA eine "Verhandlungslösung auf längerfristige Füße stellen". Daran macht Bente Scheller allerdings ein großes Fragezeichen, weil es im Iran verschiedene Machtpole gebe. Die "Hardliner" innerhalb des Regimes könnten sich durch die jüngsten Ereignisse gestärkt sehen und Verhandlungen mit den USA ablehnen.
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Zweifelhafte Begründung für israelische Angriffe auf Beirut
Die israelischen Armee hat am Mittwochnachmittag die libanesische Hauptstadt Beirut massiv angegriffen. Im Visier seien mehr als 100 Kommandozentralen und Militärstützpunkte der Hisbollah-Miliz gewesen, hieß es. Die Nahostexpertin bezweifelt diese Darstellung. Die israelischen Angriffe hätten sich gegen "ganz normale Stadtteile Beiruts" gerichtet. Es habe sich um "sunnitische, christliche und gemischte Viertel" gehandelt. Von diesen Orten in Beirut sei "keine militärische Bedrohung" für Israel ausgegangen. Es könne "klar ausgeschlossen werden, dass die Hisbollah dort sitzt".
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