Seit vergangenem Jahr werden antisemitische Vorfälle in Baden-Württemberg erstmals systematisch ausgewertet. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus hat 335 Vorfälle im Land registriert. Der Projektleiter Robert Ogmann spricht dabei von der "Spitze des Eisbergs". In SWR Aktuell schildert er einen Fall, der ihm besonders aufgefallen ist: "In Kehl wurden vier als jüdisch erkennbare Mitglieder der dortigen Gemeinde von einer zufällig vorbeikommenden Person bespuckt und beleidigt. Der Täter sagte: Fuck Israel und Free Palestine. Er begründete sein Handeln mit seiner israelkritischen und propalästinensischen Haltung." Judenfeindlichkeit gibt es von rechts, von links und aus dem Islam. Eine Form ist derzeit nach Ansicht Ogmanns besonders problematisch: "Wir haben es den anti-israelischen Aktivismus genannt. Im Fokus steht da das Feindbild Israel und zunehmend auch der Zionismus. Wir reden von Vernichtungswünschen, die auf Demonstrationen gerufen werden oder als Schmierereien und auf Aufklebern, die an Hochschulen zu finden sind." Was die Politik dagegen tun sollte, wollte SWR Aktuell-Moderator Christian Rönspies von Robert Ogmann wissen.